Wir haben Wohnraummangel. In ganz Spanien, auf den Kanaren und auch auf La Palma. Dass es bei uns auf der Insel einen Mangel gibt, kommt auch ein wenig durch den Vulkan. Hinzu kommt der massive Leerstand, welcher eben nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Ballungsräumen zum Problem wird. Häufig sind die Eigentumsfragen nicht geklärt, häufig sind aber auch die Eigentümer nicht darauf angewiesen, da was zu machen. Finanziell geht es einem gut. Vielleicht kann man die Wohnung ja irgendwann mal einem Enkel schenken, und deshalb verkauft man nicht, und vermietet auch nicht, sonst bekommt man die da am Ende nicht raus. Das was auf den Markt kommt, und bei den Maklern auftaucht, dass ist viel zu teuer, für diejenigen, die etwas bräuchten, und die Preise bezahlt dann nur der Ausländer, weil dessen Geldbeutel häufig besser gefüllt ist. Wohlfeil ist es dann gegen die zu wettern, und gleichzeitig nicht zu merken, dass die Palmeros, welche an die Ausländer verkaufen, auch Teil des Handels sind, und sich mindestens genauso unsolidarisch verhalten.
Fakt ist also, dass wir dringend Wohnraum benötigen. Und deshalb hat man auf den Kanaren nun mal ein „Wohnungsbauobservatorium“ eingeführt unter der Leitung von Visocan, der kanarischen Einrichtung für sozialen Wohnungsbau und Infrastruktur. Und die haben nun geliefert. Auf den Kanaren gibt es entsprechend Bauland, um 125.000 Wohnungen zu errichten, sowohl privat, als auch als Sozialwohnung. Würde man diesen Wohnraum tatsächlich schaffen, dann hätte man weit mehr zur Verfügung, als tatsächlich benötigt werden würde. Auf La Palma wären 5.472 Wohnungen, verteilt auf 1.554 Grundstücken möglich. Und dabei reden wir nun eben von erschlossenen Baugrundstücken. Nichts müsste umklassifiziert werden. Schaut man was bei uns auf der Insel gerade passiert, dann glaubt man es gar nicht, aber es müsste einfach noch mehr gebaut werden. Bauland ist vorhanden, das wäre also nicht das Problem. Und sogar größtenteils dort, wo es benötigt wird. Sprich um Santa Cruz herum und im Westen im Aridanetal. Trotzdem kommt man da nicht wirklich genügend zu Potte. Zum einen, weil die Baukosten enorm sind. Nicht nur das Material, auch die Handwerker fehlen bei uns gerade, eben, weil wegen dem Vulkan gerade alle ausgelastet sind. Der andere Grund ist aber, dass die Rathäuser nicht hinterher kommen mit der Bearbeitung der Anträge. Zwar wurden die staatlichen Vorgaben gelockert, sprich die Anträge könnte man entsprechend schneller bearbeiten, aber es fehlt auf den Gemeinden schlichtweg an Kapazitäten und an Personal um das alles zügig zu erledigen. Aber die Techniker auf den Rathäusern wissen ja nun amtlich, dass es besser ist sich auf die Genehmigungen zu konzentrieren und weniger nach neuem Bauland zu schauen.
Auf den Kanaren hat sich zwar in den letzten Jahren, in Sachen Bautätigkeit etwas getan, aber man wird eben auch nicht fertig. Während dessen steigt der Preis für Wohnraum immer weiter an. In Santa Cruz de La Palma hat sich der Preis für einen Quadratmeter Wohntraum in nur 10 Jahren verdoppelt.