Am politischen Willen hat es nicht gelegen

Wer immer behauptet, dass wir hier auf La Palma die Dinge schnell hinbekommen, vor allem im Bezug auf den postvulkanishen Wiederaufbau, der muss sich halt dann auch die ganze Geschichte anschauen. Auch wir haben unsere Projekte, die sich hinziehen. Was für Berlin der Flughafen oder für Stuttgart der Bahnhof, das ist auf LA Palma das Auditorium. Dabei gibt es einen ganz gewaltigen Unterschied. Auch hier wurde nun 20 +/- 20 Jahre gebaut, oder die Bauruine stehengelassen, aber bei uns hat man nicht immer wieder einen Eröffnungstermin rausgehauen, um dann 2 Jahre davor die Sache zu verschieben. Wir machen das ganz anders, wobei das nicht weniger peinlich ist. Vor wenigen Wochen trat die Inselregierung vor die Presse und meinte, dass man hofft, bis Ende des Monats Mai eröffnen zu können. Wenn denn alles gut laufen würde. Am Wochenende hat man dann verkündet, dass das was werden würde. Das Datum, also der 27. Mai wurde verkündet, mit Anschließendem Programm über unseren hochheiligen Kanarischen Feiertag am 30 Mai hinweg. Die Musiker sind auch schon seit Tagen eifrig am Proben, man hat sogar schon den Bauzaun abgemacht, und die Ganze Geschichte optisch auf Vordermann gekehrwocht. Heute dann kommt die Meldung, dass das nichts wird. Von „höherer Gewalt“ spricht das Cabildo. Was sich nach Gottes Zorn, Krankheit des Dirigenten, oder einer anderen unabwendbaren Katastrophe anhört, hängt schlichtweg mit dem Strom zusammen. Den gibt es nämlich nicht. Zumindest nicht so, wie er benötigt wird. Es handelt sich also um technische Gründe, und das Cabildo teilt mit, dass derzeit die Versorgung mit elektrischer Energie nicht in einem solchen Mas gewährleistet wäre, wie man für eine Veranstaltung dieses Kalibers benötigen würde. Von mangelnder Stabilität und Sicherheit ist die Rede und man könne ja nicht die Musiker da einer Gefahr aussetzten. Sprich mit dm bislang vorhandenen Baustrom tut das nicht. Oder anders: Bis die Endesa das anschließt das dauert. Da gehört eben auch etwas mehr dazu als ein Kabel anzuklemmen, sondern da müssen vom Elektroingenieur Gutachten vorliege und geprüft werden.

Vielleicht ist das jetzt nicht so clever gewesen, eine Eröffnung mit Programm anzukündigen, ohne dass die Bude tatsächlich fertig gebaut war. So wirkt das natürlich nicht sonderlich professionell. Schließlich hat man da kein Zelt oder sowas, zwecks improvisiertem Veranstaltungsort, aufgebaut, sondern ein festes Bauwerk in Händen der Verwaltung. Aber man wollte eben unbedingt bis zum Kanarentag fertig sein, zumindest wirkte das so. Wann es nun wirklich soweit sein wird, da sagt man nichts zu, nur dass die Veranstaltungen nachgeholt werden würden. Dass das nun nochmal 20 Jahre dauert, ist nicht anzunehmen. Wobei man die Verkabelung ja bislang nicht gesehen hat. Also abwarten. Von außen sieht die Bude jedenfalls ganz ordentlich aus, zumindest besser als der Bauzaun.