Grüne Kästchen und Prozentrechnen

Wer gerade durch den Nationalpark „Caldera de Taburiente“ flaniert, der könnte an verschiedenen Orten auf ein grünes Kästchen stoßen, welches da an einen Zaun oder einen Baum montiert ist. Was optisch wirkt, wie eine Fotofalle für Bären oder Wölfe, macht aber gar kein Foto, sondern nimmt akustische Signale auf. So berichtet es die Nationalparkverwaltung. Man habe im Mai an verschiedenen Orten insgesamt 12 Kästen aufgehängt, deren Aufgabe es sei, herauszufinden, wie der Nationalpark klingen würde. Ein ganzes Jahr lang soll den ganzen Tag aufgenommen werden, um rauszubekommen, welches Klangbild an den verschiedenen Orten, zu verschiedenen Tages- und auch Jahreszeiten da herrscht. Es geht also nicht darum, das zwitschern von Vögeln, oder das brummen von Insekten aufzuzeichnen. Vielmehr möchte man ein komplettes Klangbild erfassen. Von einen Klangniveau und einem Klangbild ist da die Rede. So möchte man zum beispielfeststellen, wie viele akustische Signale wann und wo auftreten. Das geht dann auch um Feinheiten wie Lautstärke und Tonhöhe, die da erfasst und dokumentiert werden sollen, und eben ob sich dies im Tagesverlauf oder im Laufe des Jahres entsprechend verändern. Mit den Daten soll dann anschließend eine „Referenzbibliothek“ erstellt werden, so die Wissenschaftler und es sollen einfache und leichtverständliche Arten der Visualisierung des Klangbildes erstellt werden. Finanziert wird die Untersuchung mit dem Projektnamen „TECHSCAPE“ vom „Organismo Autónomo Parques Nacionales“, also vom Verbund der autonomen Nationalparks. Man könnte sich nun Gedanken machen, ob es sinnvoll wäre, wenn man sich in der Nähe eines solchen Kästchens befindet, einfach ganz still zu sein, damit man die Ergebnisse nicht verfälscht. Wobei das vielleicht ja dann genau die Verfälschung darstellen würde. Schließlich gehören Menschen, die sich dort aufhalten, sich unterhalten, oder durch die Wanderstiefel akustische Signale abgeben, ja zum Klangbild dazu.

In den letzten Tagen hat die Regionale Presse eine Meldung herausgegeben, welche besagt, dass auf den Kanaren 56% des Gehaltes für Miete draufgehen würden. So sei das zumindest im Jahr 2025 gewesen. Damit würden wir, als autonome Regien landesweit auf Platz 5 liegen. In Madrid seinen es 71%, in Katalonien 70%, auf den Balearen 64% und im Baskenland 58%. Laut der spanischen Aufsichtsbehörde sollte dieser Anteil aber nur bei 30% liegen, damit die Mieter gut durchkommen. Allerdings weist diese landesweite Statistik einige Fragen auf. Als Grundlage dienen nämlich zwei Websites, welche zum einen Jobangebote und zum anderen Mietangebote in den verschiedenen Regionen miteinander abgleicht. Das sind die Stellenanzeigen der Plattform „InfoJobs“ und die Anzeigen der Plattform „Fotocasa“. Da wird dann ein Durchschnittsgehalt ermittelt und gleichzeitig ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis für die Miete. Anschließend wird dann eine 80qm-Wohnung als Grundklage für die Mietkosten herangezogen. Und genau da hapert es. Es geht ausschließlich um neue Jobs und neue Wohnungen. Das sagt aber nicht wirklich etwas darüber aus, wieviel tatsächlich verdient wird, bzw. wieviel die Miete tatsächlich beträgt. Würde man dies anders angehen, zum Beispiel über die jährliche Steuererklärung, wo Mietkosten für den Wohnraum angegeben werden, dann hätte man da tatsächlich die entsprechende Statistik. Deswegen ist die Aussage mit den 56% die auf den Kanaren für Wohnraum ausgeben werden, so nicht haltbar. Auch weil Fotocasa gerade einmal 8 mietbare Wohnungen/Häuser auf La Palma im Programm hat. Gerade im ländlichen Raum kennt ja jeder jeden. So ist es bei Neuvermietungen meist gar nicht nötig eine Anzeige zu schalten. Vor allem die, die finanziell aber richtig zulangen, die tauchen dann da in der Statistik auf.

Gleichwohl sind die Mieten in den letzten Jahren so in die Höhe geschossen, dass wir in Spanien, auf den Kanaren und auch auf La Palma tatsächlich gerade ein Riesenproblem haben. Es wird schlichtweg zu wenig auf dem regulären Mietmarkt angeboten. Und gerade Menschen mit wenig Einkommen, die sich deshalb kein Eigenheim leisten können, schauen in die Röhre.  Die Gründe für den Mangel sind mannigfaltig. Wir haben einen großen Leerstand, wo die Eigentümer einfach keine Lust haben, die Bude auf den Markt zu werfen, wir haben eine höhere Nachfrage, weil die Banken mittlerweile weniger Kredite für Eigenheime finanzieren und natürlich haben wir in manchen Regionen das Problem der Ferienwohnungen. Außerdem hat man in Spanien den sozialen Wohnungsbau über Jahre verpennt. Hier auf La Palma passiert im vulkanischen Nachgang zumindest gerade einiges, aber die Buden sind ja noch nicht fertig.