Seit dem Vulkan fließt hier Geld auf die Insel. Teils vom Staat, teils von der kanarischen Regierung. Das wird dann hier verteilt, um eine wirtschaftliche Wiederauferstehung zu bewirken. Allerdings weiß man gar nicht so genau, wer da eigentlich welches Geld bekommt. Zumindest was die Verteilung des Geldes der Inselregierung, als auch die der kanarischen Regierung angeht, ist nichts öffentlich. Hier auf der Insel wird das von Teilen der Politik schon länger kritisiert. Was die Geldverteilung an „Vulkanhilfen“ seitens des Cabildos angeht, argumentierte bereits vor Jahren der Inselpräsident, dass das nicht gehen würde, alldieweil man ja dem Datenschutz unterliegen würde. Was, betrachtet man die Hilfen, die vom Staat kommen, schon ein wenig komisch klingt. Jeder Unternehmer der covidiale Unterstützung bekommen hat, war verpflichtet, diese Unterstützung sichtbar zu machen. Auch beim Vulkan war das dann so. Warum es also bei spanischem Geld kein Problem mit dem Datenschutz gibt, bei kanarischem aber schon, das mag etwas verwundern. Dabei ist es ja nicht so, dass es irgendeine Transparenz gibt, wohin wieviel geflossen ist. Man könnte den Empfänger ja sogar schwärzen. Aber nicht einmal das sei aus Datenschutzgründen möglich. Und deshalb denken sich so manche nun ihren Teil, dass da irgendwelche Unternehmen und Privatleute arg viel Geld abbekommen und teilweise immer noch erhalten.
Den oppositionellen der PSOE im kanarischen Parlament schmeckt das gar nicht. Seit Jahren versuchen diese nun rauszubekommen, wo und wieviel da tatsächlich geflossen ist oder noch fließt. Die momentane Regierung mauert da aber. Nun hat man versucht einen Gesetzesinitiative durch das Parlament zu bekommen, welches die kanarische Regierung dazu verpflichten würde, das alles offen zu legen. Aber eine Regierung verfügt eben nun mal über eine parlamentarische Mehrheit, und die Abgeordneten sind brav der Linie ihrer Parteibosse gefolgt, da weiter zu mauern. Die PSOE hat für den Vorschlag gestimmt, die rechtsradikalen non VOX hat sich enthalten, obwohl man schon ganz gerne Infos hätte, wie man zu Protokoll gab, Und die Regierungsfraktionen von Coalicion Canarias, Partido Popular sowie ASG und AHI (die Kleinparteien aus El Hierro und La Gomera) haben das Gesetz abgelehnt. Dass war aber letztlich keine Überraschung. Deswegen, nächstes Jahr wird ja gewählt, ist die ganze Sache eben auch ein Wahlkampfmanöver. Auch dass sich Alicia Vanoostende, Abgeordnete der PSOE nun lauthals beklagt, ob der Intransparenz, hat sicher was damit zu tun, dass man schon im Wahlkampfmodus ist. Auf der anderen Seite ist es schon sehr auffällig, dass man da so eine große Angst hat, das alles offen zu legen. Zu mauern kommt ja sicher nicht gut an beim Wahlvolk. Wenn man vor der Transparenz aber eine noch größere Angst hat, dann könnte man glauben, dass da einiges im Argen liegt.
Tatsächlich wäre spannend zu sehen, wohin denn das ganze Geld geflossen ist. Und vor allem wer da überproportional was bekommen hat. Böse Zungen behaupten, dass die Katastrophe, wenn das alles ans Licht kommen würde, für die Gesellschaft eine ähnliche Dimension, wie der Vulkanausbruch haben könnte. Von einer gewaltigen Sprengkraft ist da die Rede.