Es lebt!

Der Vulkan zieht die Wissenschaftler an, wie ein Kadaver die Fliegen. Dabei kommen dann ganz unterschiedliche Fachrichtungen hierher, um zu forschen. Klar der Geologe und der Vulkanologe, das sind die ersten, die kommen um zu schauen. Das schon vor und während des Ausbruchs. Das die Biologen nun forschen, wie sich die Unterwasserfaune, bei den neuen Lavadeltas entwickelt/erholt, das liegt auch auf der Hand. Die Biologen wollen aber noch viel mehr wissen, schließlich gibt es die frische Lava nicht nur unter Wasser. Über die Lava zu wandeln und zu schauen, wie da die Tierwelt zurückkommt, das ist auch naheliegend. Aber man geht da noch tiefer. Schließlich haben sich da ja auch neue Lavarühren gebildet. Also Höhlen durch die das flüssig-heiße Material geflossen ist. Vom San Juan gibt es ja auch solche Höhlen, die beim Besucherzentrum auch für Ottonormalmensch besuchbar sind. Das ist aber ja bereits ein alter Hut. Die Wissenschaftler haben also in die Röhre geschaut, und in dem Fall in die ganz neuen. Und nach knappen 5 Jahren hat man da was gefunden. Dort haben sich nun die ersten mikrobiellen Gemeinschaften angesiedelt. Das Forscherteam, aus verschiedenen Universitäten aus Andalusien und Portugal, sowie des Geologischen und Bergbauinstitut Spaniens (IGME-CSIC) und dem Höhlenforschungsverband der Kanarischen Inseln hat nun in der Fachzeitschrift „Environmental Microbiome“ eine entsprechende Studie veröffentlicht.

Die über die Universitäten verantwortliche andalusische Regierung teilte in einer Pressemitteilung mit, dass es gelungen sei, die ersten Microorganismen, die in die neu entstandenen Räume eingedrungen sind zu beschreiben. Dabei gelte es nun zu erforschen, wie diese Microorganismen in der Lage sind, sich an die neuen und widrigen Bedingungen zu adaptieren. Da die neu entstandenen Röhren komplettes Neuland ist, also frei von jeglicher Erde und Vegetation, könne man dort quasi von der Stunde null an beobachten, wie ein neues Ökosystem entsteht. Wenn es darum geht, welche Arten sich dort niederlassen, dann seien verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Neben der mineralischen Zusammensetzung des Gesteins und der Luftzufuhr ist vor allem die Temperatur entscheidend. Die ersten Untersuchungen fanden noch bei einer Lufttemperatur von 60 Grad und einer Gesteinstemperatur von über 90 Grad statt. Dabei geht es nun nicht nur darum, so sagt man in der Pressemitteilung, dass man allein die DANN der Mikroben untersucht. Es gelte auch herauszufinden, wie die diese Winzlinge in die neue Umgebung gelangen. Also transportiert durch die Luft in Form von Aerosolen oder Sporen oder in Verbindung mit Tieren wie Vögeln, Nagetieren oder Insekten.

Und ein weiterer Aspekt ist Teil der Forschung sei auch noch wichtig. Und das dürfte dann den Elon für seine Marsträume auch interessieren. Man möchte feststellen welche Bedeutung diese Organismen für die Entstehung von neuen Lebensräumen spielen. Also wie die erste leben dazu beträgt, dass langfristig neue Lebensräume entstehen. Und dabei nimmt man eben ausdrücklich Bezug auf eine mögliche Besiedlung des Mars.  Man spricht ganz klar von einem Modell für das leben auf dem roten Planeten, welches man hier nun vorfinden würde.