Die wollen das nicht mal geschenkt haben und mehr Osteuropäer

Raquel Rebollo, oberste Fremdenführerin von La Palma und Gleichzeitig Cheftouristikerin der Insel hatte am Donnerstag zu tun. Da kam, zum ersten Mal ein Flieger aus Breslau direkt auf zu uns geflogen. Deshalb hat sich die Conseja für Tourismus aufgemacht um die Gäste persönlich zu empfangen und Ihnen ein Beutelchen mit La Palma Logo, vom Inhalt weiß man nichts, in die Hand zu drücken. Nach Katowice ist das nun die zweite direkte Verbindung nach La Palma. Und dazu noch eine antizyklische. Sprich, der Flieger fliegt im Sommer aber nicht im Winter. Wer nun denkt, dass Breslau ja gar nicht so weit ist, und man da nun eine, wenn auch umständliche Zusatzverbindung in den verbindungstechnisch Kargen Sommermonaten auf die Lieblingsinsel hat, der findet auf den ersten Blick da aber nichts. Die Flüge sind nicht buchbar. Dabei handelt es sich natürlich nicht um eine Fakeverbindung, schließlich kommen die Leute aus Polen ja, und die Raquel hat die sogar selbst gesehen. Die Sache wurde aber auf diversen Touristikmessen in Polen ausbaldowert und dient dazu die Pauschtouristen ins Hotel zu bekommen. Gerne Allinklusive im Prinzessinnenkomplex in Fuencaliente. Da ist man dann versorgt und die Kinder können eine ganze Woche am Pool spielen, während man sich selbst auf der Liege liegend den Billigwodka reinpfeift. Für die kleinen Unternehmen bringt das am Ende nicht wirklich einen Mehrwert, dass nun die Leute kommen. Aber im Hotel entstehen dennoch Arbeitsplätze, und wenn die über den Sommer, aus Gästemangel nicht schließen müssen, dann haben wir als Gesellschaft dennoch etwas davon.

Seit einigen Monaten kann man oberhalb unserer Behausung in Tajuya ein neues Phänomen beobachten. Die Bushaltestelle an der Kirche ist der Tatort. Da gibt es Geschenke, alldieweil Menschen, ihren Kram, welchen sie nichtmehr benötigen, dort auf dem Bänkchen deponieren. Zwar gibt es an der Stelle alle Tonnen, die man zwecks Entsorgung benötigt, aber hier wird verschenkt. Ungefragt und ausgiebig, stellen da Leute die Gaben hin, in der Hoffnung, dass das tatsächlich noch jemand brauchen kann, bzw. auch um den Raffel nicht zum Punto Limpio bringen zu müssen. Natürlich ist da wohl ein gehöriger Teil nicht einfach nur zu faul, sondern meint das sicher ganz lieb. Allerdings findet Jorge Luis, der dann von der Gemeinde El Paso dahingeschickt wird, weil sich da dann die Beutel mit Klamotten, benutzten Katzenkörbchen und sonstiges Zeug stapeln, gar nicht mal so fein. Der hat nämlich dann den Auftrag das Zeug zu entfernen. Das gröbere landet auf der Pritsche und das kleine direkt in der grauen Tonne, die da danebensteht. Und nun muss man sich fragen, ob diese Art von verschenken, mit anschließender Entsorgung wirklich im Sinne des Gebers sein kann. Schließlich, unterstellen wir mal, dass es sich dabei tatsächlich um eine gute Tat und nicht um Bequemlichkeit handelt, war das so ja nicht gewollt. Alternativen zur Bushaltestelle gibt es aber tatsächlich. In Los Llanos gibt es einen, nicht gewinnorientieren Secondhandladen der Fundacion Insonorte, der neben der günstigen Weitergabe von verschiedenen Dingen gleichzeitig noch Arbeitsplätze schafft. Da ist man dann auch sicher vor einer Anzeige. Jorge Luis macht da beim Aufräumen nämlich tatsächlich Fotos, und die gehen dann zur Policia Local.