Für Anfang Juli ist die Ankunft eines neuen, alten Krahns für unseren Hafen in Santa Cruz de La Palma angekündigt. Der ist nicht neu, weil er auf Teneriffa schon im Einsatz war. Die haben aber zwei neue bekommen, im Prinzip dies gleichen Typs, die aus dem Hafen von Tarragona mit dem Schlepper bis nach Teneriffa gekommen sind. Deshalb bekommen wir nun den alten. Das Stahlkoloss wird ebenfalls auf einer Schwimmplattform zu uns rüber geschleppt. Und anschließend soll das Ding dann aufwendig bei uns installiert werden. Hierzu ist laut Presse, eine spezielle Konstruktion notwendig, und es werden verschiede Schleppkähne eingesetzt werden. Am Ende steht dann hier ein Riesenteil auf Schienen im Hafen, was dafür sorgen soll, dass die Container, und angeblich sind das 10.000 im Jahr schneller und vor allem präziser auf und abgeladen werden können. Das soll unnötige Liegezeiten verhindern und dadurch für eine höhere Umschlagskapazität sorgen. Bislang ist es aber ja nicht so, als ob die Containerschiffe bei uns vor der Hafeneinfahrt Schlange stehen, um endlich einen Liegeplatz zu bekommen. Das mit der Kapazität ist also hinfällig. Wenn das Dingens aber tatsächlich schneller arbeitet verkürzt sich die entsprechende Liegezeit und das spart dann wiederum Kosten.

Spanien hat Ärger in Brüssel bekommen. Eigentlich ist das ja normal, dass ständig irgendein Land da ein Vertragsverletzungsverfahren am Hals hat. Diesmal betrifft das aber uns. Also nicht die Insel, sondern uns als im Tourismus tätige Menschen. Die Rede ist vom Real Decreto 922/2023. Das verpflichtet alle Hoteliers, Mietwagenanbieter, Ferienwohnungsbesitzer, Reisebüros und Vermittler an das Spanischen Innenministerium über jede Buchung eine Onlinemeldung zu machen und die Daten gut gesichert zu verwahren. Neben den persönlichen Daten, die sich auf dem Ausweis befinden, werden da Mailadressen und Telefonnummern abgefragt. Auch die Art der Bezahlung will das Innenministerium wissen, und, sollte ein Mietwagen über GPS verfügen, muss der Vermieter die Zugangsdaten ebenfalls an das Spanische Innenministerium schicken. Sie müssen also beim Einzug in ein Hotel mehr persönliche Daten abgeben, wie wenn Sie in einen Flieger steigen. Diese Regelung ist für die Professionellen in dem Bereich ebenso nervig, wie für Sie als Gäste, und niemand macht das gerne. Zum einen, weil das viel Arbeit bedeutet und zum anderen, weil man persönliche Daten nicht gern weitergibt. Schließlich weiß man nie, wer am Ende darauf zugreift. Das ganze Gedöns wurde mit dem Argument der Terrorismus Bekämpfung eingeführt. Als die Nummer dann im Dezember 2024 nach ewigen Protesten verpflichtend eingeführt wurde, kam ziemlich schnell die Meldung der Europäischen Kommission, dass die dort denken würden, dass man das so, wegen der europäischen Datenschutzrichtlinien nicht handhaben könne, und man werde die Sache ernsthaft prüfen. Das hat nun offensichtlich stattgefunden und es wurde vor zwei Wochen die erste Phase eines Verfahrens gegen Spanien eingeleitet. Da wurde einiges beanstandet, was den Wulst an persönliche Daten angeht. Ganz genau sagt uns die Presse da aber noch nichts darüber, aber neben der Menge, soll auch das Speichern von Daten nicht zulässig sein. Die ersten Kommentatoren gehen sogar soweit, dass sie meinen, dass das ganze System nicht funktionieren würde, weil die Strafverfolgungsbehörden dadurch einen Zugriff auf die Daten hätten, und das völlig ohne Verdacht. Spanien hat nun noch rund 6 Wochen Zeit sich zu äußern und die entsprechenden Änderungen vor zu nehmen, sonst geht die Geschichte ans Gericht. Letztlich ist die Nummer nun natürlich etwas heikel, weil man irgendwie immer nur etwas falsch machen kann. Entweder man verstößt gegen Spanisches Recht oder aber gegen Europäisches. Also hoffen wir nun, dass die bald die Geschichte geregelt bekommen.