Am Freitag soll in Los Llanos demonstriert werden. Auf 18 Uhr ist da eine Kundgebung auf der Plaza de España vorgesehen, zu der mehrere Bürgerinitiativen aufgerufen haben. Thema ist die Wohnungskrise die wir hier auf den Kanaren und auch auf La Palma haben. Das Motto lautet “La vivienda nos cuesta la vida“. Einfach übersetzt: “Der Wohnraum kostet uns das Leben”. Auf den großen Inseln gab es diese Demonstrationen bereits, und deshalb hofft man nun den Schwung hier nach La Palma zu bekommen. Wir haben hier nämlich tatsächlich ein großes Problem. Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Das was auf dem Markt ist, ist mittlerweile nicht mehr finanzierbar. Das ist nicht nur auf La Palma schwierig, sondern auf allen Inseln. Allerdings fallen die Gründe dann recht unterschiedlich aus. Auf den großen Inseln gibt es tatsächlich das Problem mit den Spekulanten und ausländischen Investoren. Auch im Kleinen. Jede Ferienwohnung, die man sich kauft, um über das Jahr zu vermieten, entzieht der Gesellschaft Wohnraum. Die Preise haben in den letzten Jahren um über 50% zugelegt. Das Hauptproblem auf La Palma sind nicht wirklich die Ferienwohnungen, wobei man da ja noch mehr Sachen rechnen muss. Manch einer hat hier ein Haus, gekauft oder gemietet, wohnt hier aber gar nicht. Das müsste man dann auf die rund 2.000 Ferienunterkünfte draufrechnen. Unser Hauptproblem ist der Leerstand. Gezählt wurde mehr als 12.000 Einheiten auf La Palma. Damit sind aber dann nicht irgendwelche Pajeros gemeint, sondern tatsächlicher Wohnraum. Gemessen wurde das über den Stromverbrauch. Mit den digitalen Zählern ist das recht einfach. Und wenn der Apparat nie läuft, dann weiß man, dass die Bude tatsächlich nicht bewohnt wird. Dass so viele Häuser leerstehen hat ganz unterschiedliche Gründe. Häufig sind die Eigentumsfragen nicht geklärt, aber häufig hat man einfach keine Lust die Sachen in Stand zu halten bzw. man fürchtet sich vor dem Mieter, der die Bude runterrocken könnte oder keine Miete zahlt. Wobei das immer eine zweigleisige Geschichte ist. Es gibt genug Vermieter, die im Haus nicht mal mehr das notwendigste renovieren, der Wohnabhängige kann ja auch ausziehen, wenn ihm das nicht passt. Die Geschichte läuft irgendwie in beide Richtungen nicht wirklich rund.
Die Frage ist nun aber, ob es nicht tatsächlich möglich wäre, diese 12.000 Wohnungen auf den Markt zu bringen. Es gab a schon einzelne Projekte, dass man Subventionen für Renovierungen ausgelobt hat, wenn diese dann vermietet werden. Aber gebracht hat das nicht wirklich etwas. In La Laguna auf Teneriffa hatte die Gemeinde sich überlegt, dass man einfach, für ungenutzten Wohnraum die Grundsteuer nach oben verschiebt. Da müsste man aber richtig zulangen, damit das wirklich was bringt. Ob die Anreize, da in den nicht funktionierenden Markt, mittels Subventionen oder Strafen einzugreifen weiß man nicht wirklich, die große Wirkung ist bislang ausgeblieben. Man könnte von einer Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft reden, das traut sich aber keiner seitens der Politik laut zu sagen. Jemandem „moralisch kommen“ schickt sich nicht wirklich, und die nächste Wahl schaut eben immer um die Ecke. In das private Handeln will man nicht eingreifen, wenn es um Eigentum geht.
Das bemängelt auch die Sprecherin des Mieterverbandes von La Palma, Isabel Ramos. Die fordern neben Maßnahmen zur Integration der 12.000 Einheiten in den Mietmarkt auch die Ausweisung von „Problemgebieten“ auf der Insel. Es gäbe laut Ramos nämlich dann gesetzliche Grundlagen in die Mietpreise einzugreifen. Derzeit gibt es auf La Palma nicht eine einzige ausgewiesene Zone. Eine weitere Forderung betrifft den sozialen Wohnungsbau, der über viele Jahre vernachlässigt wurde. Allerdings wird man da eben erst mittel und langfristig zu Ergebnissen kommen. Zwar werden derzeit überall Projekte verkündet, aber die wenigsten sind überhaupt im Bau.
