3 Tage Staatstrauer und nochmal nachgelegt

Die Geschichte mit dem Erdbeben in Venezuela, nimmt hier die Leute ordentlich mit. In ganz Spanien ist das große Thema, aber hier auf den Kanaren nochmal ganz besonders. Bevor La Graciosa offiziell zur achten Insel befördert wurde, hat man Venezuela umgangssprachlich immer als die achte kanarische Insel bezeichnet. Hier gibt es sehr viele Menschen, die aus Venezuela stammen und dort noch mehr, die ursprünglich von den Kanaren sind. Man fragt nun die Menschen hier, die man kennt, ob mit den Anverwandten alles in Ordnung ist. Die ganze Geschichte mit der kolportierten Anzahl der vermissten, ist auch wirklich heftig. Der offizielle Informationsfluss aus dem südamerikanischen Land ist auch eher dünn, auch weil Spekulationen über die tatsächlichen Opferzahlen momentan nachrangig sind, schließlich geht es nun erst einmal darum möglichst viele zu erreichen. Da es in der Momentanen Gemengelage extrem schwer ist, die Menschen zu erreichen, weiß man tatsächlich nicht viel. Aber es gibt eben dann doch Informationen. So gehört die Delirierte Isabel Jara zu den Todesopfern. Die Kanaren haben der Kanarischen Regierung. Die offizielle Meldung über den Tod der kanarischen Politikerin, kam aber eben nicht über die Kanäle der Regierung in Venezuela. Vielmehr haben Helfer die Leiche identifiziert, und dies an die kanarische Regierung gemeldet. Alleine, dass wir in Venezuela eine Art eigene Botschaft, also eine kanarische und nicht eine Spanische haben, zeigt die besonderen Verbindungen. Unabhängig von den Opfern der eigenen Partei, hat der Kanarenpräsident Clavijo eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Auch hat man eine Sitzung des Regierungsrates einberufen um Hilfe von den Kanaren nach Venezuela zu koordinieren.

Hier auf La Palma hat die Inselregierung alle Aktivitäten abgesagt. Allerdings ist diese Nummer relativ. In Los Llanos findet dennoch eine Romeria statt, schließlich ist da das Rathaus zuständig. Und in Zeiten des sich anberaumenden Wahlkampfes muss man schon ein wenig Jonglieren. Schließlich kann eine Absage eines für die Bevölkerung wichtigen Festes mehr ins Stimmenkontor hauen, als zu Schau gestellte Sensibilität.

Dann gibt es noch Neuigkeiten vom TMT. Die 30 Meter Riesenschüssel, die wir ja unbedingt auf dem Roque installiert haben wollen. Momentan prüft die Investitionsbank der Europäischen Union, ob die Finanzierung des Projektes klappen könne. Im ganze kostes der Spaß rund 3 Milliarden Euro, also ein lächerliches Fünftel eines Bahnhofes in Stuttgart. Rund eine Milliarde ist schon verblasen, nicht nur für die wissenschaftliche Planung, auch für den Bau der Schüssel, die in Einzelteilen schon fertig in einer überdimensionierten Garage eingelagert ist, weil der ursprüngliche Plan mit Hawaii nicht aufgeht. Nicht nur, dass die Ureinwohner das nicht wollen, alldieweil der Berg dort hochheilig ist, die Amerikaner haben unter Trump nun auch den Geldhahn zugedreht. Eine weitere Milliarde soll vom Betreiberkonsortium aufgebracht werden, und die Spanische Regierung hat 400 Millionen zugesagt. Dass bedeutet dann erstmal eine Deckungslücke von 600 Millionen, was, wenn die Finanzierung gerade überprüft wird, gar nicht so toll ist. Nun hat Spanien aber nochmal nachgelegt. Man hat in Summe nun die ganze Milliarde in Aussicht gestellt, wenn das Teil nach La Palma kommen sollte, was uns dann endgültig zur bedeutendsten Astronomischen Anlaufstelle der Nordhalbkugel machen würde. Allerdings wird die Nummer nun zeitlich eng. Im September laufen die Genehmigungen, welche für den Bau notwendig sind, aus. Bis dahin muss eine offizielle Entscheidung, sowohl der Investitionsbank, als auch des Betreiberkonsortiums her. Denn ohne gültige Genehmigung kann die Bank keinen positiven Finanzierungsbescheid geben. Nach Jahren der Träumerei sind wir wohl so nah dran, wie noch nie. Aber zu zuständigen Leute sagten gegenüber der Zeitung El Pais nun auch, dass das nun zwar die größte Chance sei, gleichzeitig aber auch wohl die letzte. Die Rahmenbedingungen sind wohl nun gegeben, aber eben nur bis September.