Nicht wirklich groß, aber nun können in Zukunft auch Nichtgewählte in hohe Pöstchen in der Inselregierung gelangen. Dazu muss man erstmal die etwas andere Struktur verstehen, die es auf den Inseln, im Vergleich zu anderen Regionen in Spanien gibt. Ganz oben steht die nationale Regierung in Madrid, danach kommt dann die kanarische Regierung, das läuft noch analog zum Rest des Landes. Jetzt würde im Normalfall die Provinzverwaltung kommen. Die Kanaren hätten deren zwei, aber das klappt dann, bei jeweils 4 Inseln pro Provinz eben nur bedingt. Deswegen gibt es für jede Insel ein eigenes Cabildo, also eine eigene Regierung. Darunter kommen dann die Rathäuser der jeweils einzelnen Gemeinden, von denen es auf La Palma immerhin 14 gibt, was bei der geringen Einwohnerzahl fast schon lächerlich viel anmutet. Aber dadurch kommen unzählige Lokalpolitiker und Verwaltungsangestellte eben in Lohn und Brot. Immer wieder reden irgendwelche Leute von einem Zusammenschluss, aber da gibt es identitären Widerstand. El Paso hat erst letzte Woche den Jahrestag seiner Loslösung von Los Llanos gefeiert, und eine Zusammenlegung kommt da freilich nicht in die Tüte. Der Lokalpatriotismus schwappt hier noch in das kleinste Dorf.
Aber zurück zur Struktur. Die jeweils übergeordnete politische Institution schafft immer die Rahmenbedingungen, in denen sich die kleineren zu bewegen haben. Das kanarische Parlament hat nun ein neues Gesetz zur Struktur der jeweiligen Cabildos, also der Inselregierungen verabschiedet. Und da gibt es nun etwas neues, was den Parteien schöne Möglichkeiten zur Postenbeschaffung und Kosten Erhöhung gibt. Jede Abteilung in der Verwaltung hat einen gewählten Politiker an der Spitze. Nun soll es aber auch einen Vize geben. Und da wird es nun spannend. Dieser muss nicht teil des Parlamentes sein, sondern wird schlichtweg vom jeweiligen Inselpräsidenten ernannt. Nicht mal eine Bestätigung durch die gewählten Volksvertreter ist da von Nöten. Die Argumentation ist, dass man ja gewissermaßen eine Urlaubsvertretung benötigen würde, als ob die Mitarbeiter der entsprechenden Abteilung, wenn der gewählte Politiker nicht da ist, kollektiv jede Tätigkeit einstellen würden. Aber es muss ja immer zumindest eine Person geben, die auf das entsprechende Foto kann. Deswegen braucht es nun eben einen Vize. Das Cabildo von La Palma muss nun wiederum seine eigene Struktur an das neue Gesetz anpassen. Das wird aber sicher nicht all zulange dauern, schließlich kann man da ja noch den ein oder anderen Vize ernennen. Und es ist ja nun mal nicht anzunehmen, dass diese Personen dann ehrenamtlich den Stellvertreter spielen. Zudem die dann auch noch, wie die gewählten Vertreter an den Ratssitzungen teilnehmen dürfen. Sogar mit Rederecht, allerdings nicht mit Stimmrecht. Zum Ende einer jeden Legislatur scheiden die nicht gewählten aus dem Amt, genauso wie die gewählten. Schließlich wollen die Neuen, sollte es zu einem Regierungswechsel kommen, ja auch Pöstchen an treue Parteisoldaten oder andere gute Bekannte vergeben.