Noch ein ganzes Jahr Wahlkampfgetöse und bislang kein Vulkanzentrum

Man trommelt schon, und das laut und heftig. Am beliebtesten dabei ist, dass man die Geschichte erzählt, dass die in Madrid sich nicht für uns interessieren und wir stetig hinten runter kippen. Das schließt die kanarischen Reihen und Minderwertigkeitskomplexe schaffen ein kollektives Gefühl für kollektive Minderwertigkeit. Diese wird freilich nicht selbst so empfunden, sondern uns von den anderen anetikettiert. Die Geschichte, dass sich keiner für uns interessiert, und die Kanaren, und noch mehr, die vulkangeplagte Insel La Palma, in Madrid gar keinen Stellenwert haben, lässt sich politisch gut verkaufen und wird von den kanarischen Nationalisten ganz gerne erzählt. Das Hantavirusboot war da nur ein Beispiel. Neu im propagandistischen Topf ist nun wieder das Vulkanzentrum. Das soll ein nationales sein, und laut Beschluss auf Teneriffa und La Palma entstehen. Madrid soll da 5 Millionen bezahlen. Schließlich handelt es sich ja dann um eine nationale Einrichtung. Dass Ding hätte, so die Coalicion Canarias längst anfangen könne, zu arbeiten. Alles sei besprochen und beschlossen. Madrid würde wieder mal seine Zusagen nicht einhalten und stattdessen bewusst blockieren. Was ja dann beinhaltet, dass die das aus einem bestimmten Grund machen, nämlich, man sagt es nicht direkt, um uns zu schaden. Dass das Konsortium noch nicht losgelegt hat, liege daran, dass noch nicht alle Papiere unterschrieben seien. Eben zwischen den Kanaren und der Regierung in Madrid. In den vorgelegten Werken seien Sachen drin, die so nicht laufen könnten, so beschwert sich unser Inselpräsident gegenüber der Presse. Deshalb sei das noch nicht erledigt, man hab da zuvor anderes abgesprochen. Dem widerspricht nun, ganz auf Parteilinie, die PSOE La Palma. Man verweist dabei auf die Zuständigkeit der kanarischen Regierung, ebenfalls unter der Leitung der CC und das Kompetenzgerangel, wer denn am Ende, wenn die Arbeit des Vulkanzentrums begonnen habe, eigentlich das Sagen habe.  Dabei ist es wichtig zu sehen, dass es ja auch bereits ein kanarischen Vulkanforschungszentrum (INVOLCAN) gibt, da ist man hier freilich der Chef. Die Schuld für die ganze Verzögerung liege nun bei der Partei des Inselpräsidenten, weil diese sich nicht an Vorgaben aus Madrid (nationale Einrichtung) halten würden. Er mache das ganze auch nur, um von seinem eigenen politischen Versagen abzulenken. Die ganzen Wahlkampfversprechen hätten nicht geklappt, und man versuche nun die Schuld anderen zu geben. Dabei werden dann auch gleich genüsslich die ganzen Sachen aufgezählt. Sowohl das Klagen unsres Inselpräsidenten, als auch die Reaktion der oppositionellen PSOE haben aber nun in erster Linie mit Wahlkampf zu tun. Die ganze Geschichte läuft frontal und lautstark, und geht eben fast noch ein Jahr.

Ob das ganze Getöse wirklich zu unserem Nutzen ist, mag man aber gerne in Abrede stellen. Immer zu brüllen, dass die in Madrid uns nicht mögen würden und alles zu unserem Nachteil machen würde, könnte auch irgendwann dafür sorgen, dass die tatsächlich die Schnauze voll haben. Madrid hat ja nach dem Vulkan nicht wenig Kohle geschickt, und erst vor kurzem den Geldbeutel für die Errichtung des TMT um bis zu einer Milliarde Euro geöffnet. Überträgt man die Geschichte auf die Kindererziehung, wo der Sprössling vor der Quengelware im Supermarkt immer nur „ich will, ich will, ich will“ brüllt, kommt irgendwann vielleicht auch der Moment, wo die endnervten Eltern einfach sagen, dass es dann halt gar nichts gibt.