Jetzt wird das „L“ Gebaut

Gestern war der Kanarenpräsident Clavijo hier auf der Insel um einen Grundstein im Hafen von Tazacorte zu legen. Da wird nämlich umgebaut. Beziehungsweise angebaut. So wie der Hafen momentan ist, ist er mächtig überdimensioniert. Zumindest was die Nummer mit den vergeblich erwarteten Fähren oder Kreuzfahrschiffen angeht. Liegeplätze für kleiner Boote sind aber eine andere Nummer. Da kann man noch was machen. Allerdings eben nur im Bereich ganz außen. Nicht bei der zweiten Mole, wo eigentlich die ganz großen Pötte gewünscht waren, aber bei der inneren. Also da wo die Betonmännchenobendrauf thront und Richtung El Hierro schaut. Am Kopfende stehen da gerade die Angler und hoffen auf Fisch. Damit dürfte nun erstmal Schluss sein. Diese Mauer wird nun gewaltig in Richtung Land verlängert und bekommt anschließend noch einen Rechtsknick wieder raus Richtung Süden. Da wird also ein „L“ ran bebaut. Das soll zum einen die Hafeneinfahrt ruhiger machen, weil die Mauer die Wellen abhält, aber auch zusätzliche Liegeplätze im neugeschaffenen Innenbereich ergeben. Als vor einem halben Jahr die Planung vorgestellt wurde sprach der Chef von „Puertos de Canarias, José Gilberto Moreno, der nun bei der Grundsteinlegung ebenfalls vor Ort war, vom wichtigsten Hafenprojekt auf den Archipel der letzten 10 Jahre. Die insgesamt 130 Meter neue Mauer wird knappe 7 Millionen Euro kosten, und die Bauarbeiten sollen ein Jahr anhalten. Der Innenbereich, also da wo momentan die kleinen Boote liegen, wird nicht wirklich betroffen sein. Wer also im nächsten Jahr durch den Hafen flaniert, wird dann höchstens mit Baulärm konfrontiert sein.

Die versammelte politische Mannschaft, also Kanaren- und Inselpräsident, Bürgermeister und Consejal für Infrastruktur, haben bei der Grundsteinlegung auch noch mal den ökologischen Aspekt erklärt. Ein Teil der bisherigen Konstruktion soll abgerissen soll werden. Das anfallende Material dann aber gleich vor Ort für die neue Mauer wieder in den Atlantik gekippt werden. Das soll Geld und Umweltbelastung sparen. Außerdem sollen die Blinkelichter, die zukünftig Schiffe und Boote in den Hafen leiten sollen, Mit Solarpanelen ausgestattet werden.  Also alles ganz doll und ökologisch nachhaltig. Die Frage die sich nun auch noch stellt, ist, welche Auswirkungen das Projekt auf den Playa de Mangón, also den kleinen Strand, zudem die Einheimischen gerne aus dem Dorf runterpilgern, und am Schluss die steile Stiege über die Klippe nehmen. Neben der, für Ruhesuchenden unerquicklichen Bautätigkeit, wird die verlängerte Mole den Strand gewissermaßen teilweise ins Innere des Hafens verlegen.

Frage: Was denken die Personen im Hintergrund:

a: Gott sei Dank buddelt der Alte und ich darf zugucken.

b: Wenn er den Piratenschatz findet, dann brat ich ihm mit der Schaufel eins über und renne schnell weg.

c: Wenn er sich noch weiter vorbeugt, dann reißt die Hosennaht.