Jeder kennt sie, die kleinen Eidechsen, die hier auf der ganzen Insel auf der Mauer hocken und sich wechselwarm der Sonne entgegenstrecken. Gallotia galloti heißen die Dinger, die auf Teneriffa und auf La Palma vorkommen. Man unterscheidet bislang auch entsprechend die Unterart Gallotia galloti palmae. Damit ist nun aber Schluss, so berichtete gestern die Internetzzeitung „El Faro de La Palma“ und bezieht sich dabei auf eine Publikation im „Zoological Journal of the Linnean Society“ vom neunten Juli. Wenn nämlich Wissenschaftler etwas publizieren, dann ist das dann amtlich. Und das multinationale Forscherteam, welches die Studie veröffentlicht hat, kommt zu dem Schluss, dass die Eidechse genauso wenig eine Unterart des Teneriffatieres ist, wie die Palmeros eine Unterart der Tinerfeños sind. Laut dieser Studie entwickelte sich die palmerische Eidechse seit hunderttausenden von Jahren in einer eigenen Linie und völlig unabhängig von den reptiloiden Vorkommen der anderen Kanaren. Sprich, die Dinger gibt es nur auf La Palma und sind nirgendswo sonst auf der Welt in dieser Form anzutreffen. Damit ist die Gallotia galloti palmae nun Geschichte. Das mittlere teil wird offiziell rausgestrichen und das Tier heißt nun „Gallotia Palmae“. Die Insellage sorgt dafür, dass LA Palma, wegen der Isolierung, eine Art Evolutionslabor darstellt., auf der sich dann im Laufe der zeit, Arten entwickeln, die es nur hier gibt. Die Eidechse gehört nun ganz offiziell dazu.

Reaktionen gibt es bereits von Seiten des Weltbiosphärenreservats La Palma, die diese Entdeckung begrüßt und mitteilt, dass das Tierchen nun besonders schützenswert sei, alldieweil es eben nur auf La Palma vorkommt und damit automatisch gefährdeter sei, als bislang. Was individuell nicht aufgeht, kollektiv, aus Eidechsensicht, dann aber schon. Deshalb sei es nun wichtig, dass man gegen die Bedrohung der Tiere vorgehe, so heißt es. Verwilderte Katzen seien die Hauptübeltäter, die sich ganz gerne an den Eidechsen satt fressen. Wir haben keine verwilderten Katzen, unsere werden brav gefüttert. Man hat sich da auch aufgeteilt unter den drei Felinen. Botox jagt gerne Mäuse und verputzt die auch. Während die beiden Mädchen die Beute nur nach hause schleppen um damit anzugeben. June hauptsächlich Vögel, aber Polly, die jüngste, bringt gerne Eidechsen, frisst sie aber nicht. Unser Garten ist, vielleicht auch wegen den Natursteinmauern, auch randvoll mit den Tieren, und der katzenbedingte Schwund wird auch nicht nur negativ gesehen. Der Salat und die Erdbeeren leiden nämlich vor allem im Sommer, und die Biester sind klug, die wissen genau, wo es lecker Sachen im Garten gibt. Und deshalb sind die Reaktionen in den sozialen Medien, wegen der nun noch mehr zu schützenden Echsen, auch recht zwiegespalten. Der gemeine Landwirt geht nämlich auch gerne gegen die Tiere vor. Da gibt es entweder die Anwendung von klassischen Schlagfallen, oder auch, weil hocheffektiv, offene hohe Plastikgefäße, die dicht an der Mauer drapiert werden. Ein Leckerli, gerne ein Stück Banane, lockt die Tiere dann da rein. Der Rückweg klappt, ob derglatten Wände, dann aber nicht. An einem Tag, fängt man dann mehrere Tiere mit nur einer Falle. Dann gibt es zwei Varianten: Die unschöne ist, das Gefäß einfach stehen zu lassen und die Natur nimmt ihren lauf. Man kann aber auch die komplette Beute dann einfach woanders, z.B. beim Nachbarn, wieder rauslassen. Diese Variante hat aber nicht unbedingt etwas mit Tierliebe zu tun. Häufig ist es auch einfach die Abneigung gegen den Nachbarn, dessen Salat nun gefressen wird, der die Leute antreibt.