Sonderbusse und neue Straße

Heute gleich zweimal Puerto Naos: Dort unten wurde heute eine neue Straße eingeweiht. Die Straße ist nicht neu, man hat da nichts gebaut, aber man hat einen neuen Namen auf das Schild gemalt um die berühmteste Tochter des Küstenortes zu ehren. Im Beisein von Presse und Schaulustigen hat der Bürgermeister von Los Llanos da das Schild enthüllt, und die zu ehrende Namensgeberin war ebenfalls anwesend. Rosanna Simón heißt die Frau mit dem eigenen Schild und kommt auch noch entsprechend jung daher. Eine richtige Straße ist es nicht, vielmehr ist der „Paseo Rosanna Simón“ ein Durchgang, also eine Art Gasse. Aber da kommen dann eben auch entsprechend mehr Leute zu Fuß durch, um das neue Straßenschild zu bewundern. Der Grund für die Ehrung liegt darin, dass Frau Simón, ein großes Talent darin hatte, anderen ordentlich eins zu verpassen. Bei ihr handelt es sich nämlich um eine Olympionikin im Taekwondo. Das alleine dürfte vielleicht noch nicht ausreichen, aber sie war als Sportlerin eben sehr erfolgreich, und wurde im Jahr 2009 Weltmeisterin und im Jahr danach Europameisterin. Und damit ist sie eine der erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte der Insel. Wahrscheinlich sogar die erfolgreichste. Und damit ist nun der “Paseo de Baranco de los hombres”, also die „Gasse des Männerbarancos“ ab heute nach einer Frau benannt. Der Baranco selber bleibt aber den Männern vorbehalten zumindest dem Namen nach.

Heute ist in Puerto Naos aber noch mehr geboten. Da ist wieder Fiesta de Aqua. In Vorvulkanischer Zeit war das, für die junge und feierwütige Generation eines der Highlights des Jahres. Für mich stehts ein Grund da sehr weit weg zu bleiben. Große Bühne, irgendwelche DJs, die die Chartmusik vom Radiosender „Los 40“ spielen. Überall geparkte Autos mit Unmengen von Schnaps im Kofferraum, weil man sich die Getränke nicht leisten kann, und trotzdem schnell besoffen werden will. Grölen Badehosen, und Schaumkanone, all das was irgendwie widerlich ist, an einem Ort vereint. Schon mittags geht das los, und in der Vergangenheit war das auch stehts eines der Feste, wo die Sanitäter ganz gut beschäftigt waren. Die sommerliche Sonne, und Trinkunerfahrene Jungmenschen mit Sommerferien und Langeweile sind eine Gefährliche Kombination. Deswegen hat man nun für heute bereits angekündigt, dass man dort unten am Wasser extra vorbereitet sei, so sprach es der Consejal für Transport und Notfallmaßnahmen Darwin Rodriguez, gegenüber der Presse. Nicht nur Rettungskräfte auch Polizei sei vor Ort. Und weil der Mann auch für den Tarnsport zuständig ist, hat er auch gleich noch verkündet, dass man zusätzliche Busse dorthin schicken will. Die Linie 24, welche normalerweise nach Puerto Naos fährt, bekommt eine höhere Frequenz. Ziel sei es begrenzten Parkplätze nicht zu überlasten und natürlich geht es auch darum, dass die Trunkenbolde dann nicht mitten in der Nacht mit dem PKW nachhause fahren. Aber so sagte der Consejal, man solle sich vorbereiten. Die Busse fahren nämlich nicht länger, sondern nur öfter. Man soll deshalb bitte vernünftig sein und den eigenen Rücktransport gut planen. Also frühzeitig Mama anrufen um sich und die Kumpels dann abholen zu lassen.