Die neue Regel klappt so nicht

Die Geschichte mit den Ferienhäusern auf den Kanaren ist so eine Sache. Man hat da ja ein neues Gesetz verabschiedet, welches Rahmenbedingungen schafft, und die Gemeinden letztendlich das letzte Wort haben. An sich eine ganz feine Idee. Schließlich wissen die lokalen Behörden am allerbesten, wo man noch ein Ferienhaus hinmachen kann und wo nicht. La Palma, El Hierro und La Gomera werden, aufgrund des etwas andersartigen Tourismus, eh nochmal gesondert behandelt, sprich die haben lockerer Rahmenbedingungen. Das Gesetz ist im Prinzip schon länger in Kraft, und die Gemeinden sollen nun ihre Pläne, im Rahmen der vorgegeben Bedingungen gestalten. Wenn man mit den zuständigen im Rathaus spricht, dann kommt da ein Schulterzucken. Das Gesetz ist wohl an vielen Stellen nicht so eindeutig und deshalb, wird die Nummer entsprechend schwierig. Oder anders ausgedrückt, man hat nicht richtig Bock auf die Geschichte, auch weil das für kleinere Gemeinden eine gewaltige Aufgabe darstellt. Drum klagt man dagegen oder meint zumindest, dass man das noch tun wird. Für die Genehmigung von neuen Unterkünften bedeutet das momentan erstmal einen stillstand. Klar hat an dem Gesetz die Hotellobby kräftig mitgewerkelt, aber La Palma ist auch nicht der Nabel der Welt. Auch wir haben gerade einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum, wobei die Geschichte mit den Ferienhäusern zumindest bei uns sicher nicht die primäre Ursache darstellt. Auf den anderen Inseln ist das aber schon der Fall, und man fragt sich wirklich, wieso in den Innenstädten von Las Palmas Ferienwohnungen mitten in einer normalen Wohngegend sind. Man kann das ganze diskutieren, und manch einer wird dann behaupten, dass er mit seinem Eigentum ja machen könne, was er will, manch anderer kommt aber eben zu dem Schluss, dass Eigentum verpflichten könnte, und das eine soziale Verantwortung gegenüber der lokalen Gesellschaft durchaus er mit dazu gehört. Man kann dazu unterschiedliche Auffassungen haben, aber die Hängepartie, die es momentan gibt, ist nicht wirklich gut. Jetzt kamen die vom Cabildo Insular noch auf einen ganz anderen Trichter und möchten nun von der kanarischen Regierung eine Änderung des Gesetzes haben, welches die Gemeinden gar nicht haben wollen. Da steht nämlich drin, dass Häuser erst nach mindestens 5 Jahre in ein Ferienhaus umgewandelt werden dürfen. Hierbei verspricht man sich den Erhalt von Wohnraum. Beziehungsweise geht es darum, dass Neubauten, wir reden immer auch von den großen Inseln, nicht direkt als Ferienwohnung genutzt werden können. Mit der Regel kann man Investoren abschrecken. Wenn irgendwo ein neues Gebäude mit Wohnraum entsteht, dann lohnt es sich für den potentiell vermietungswilligen Käufer nicht wirklich, weil er die Gäste erst nach 5 Jahren empfangen kann. Also bleibt mehr für die lokalen Wohnungssuchenden, soweit zumindest der Gedanke dahinter. Das gilt auch, wenn es darum geht Grund zu kaufen um ein Ferienhaus zu errichten. Nun schimpft aber die Inselregierung, und das auch irgendwie zurecht, dass die neue Geschichte ja für die Vulkanopfer so nicht sein könne. Wer da ein Ferienhaus hatte, um sich ein Zubrot zu verdienen, und nun neu bauen muss, der sollte doch die Möglichkeit haben, auch direkt die Tätigkeit wieder aufzunehmen. Und nicht 5 Jahre lang warten. Man pocht also auf Änderung der Spielregeln, welche die Gemeinden darunter, aber am liebsten ganz weghätten.