In Los Llanos gibt es ja die blauen Parkzonen. Die sind für Kurzparker gedacht. Man muss den Automaten füttern, bekommt ein Zettelchen, welches dann unter die Windschutzscheibe gelegt wird. Wer das nicht macht, oder der, dessen Parkzeit abgelaufen ist, der muss dann gegeben Falls eine Strafe bezahlen. Die kann man entweder mit Umschlag in den Automaten werfen oder beim Rathaus abdrücken. Um die Geschichte des Betriebs der Maschinen und die Kontrolle soll sich eigentlich eine private Firma kümmern. Ausgelagert wird das also. Allerdings ist es nicht so, dass die Gemeinde diese Firma bezahlt. Der Betreiber gibt der gemeinde Gerld, dass er das machen darf und kann im Gegenzug die Einnahmen behalten. Laut Gemeinde Los Llanos soll es dabei um stattliche 6,4 Millionen Euro gehen, die da kalkuliert auf die nächsten 15 Jahre, so lange soll die Lizenz gehen, an Einnahmen fließen sollen. Im Gegenzug muss der Lizenznehmer 1,3 Millionen an das Rathaus bezahlen. Ein Bombengeschäft möchte man meinen. Das sind gerade mal 20%. Natürlich kommt da auch noch Geld für Personal und so dazu. Da redet man dann nicht von einem Reingewinn. Allerdings will niemand das machen. Bei der Ausschreibung für die neue Lizenz, die alte, mit dem Unternehmen Telpark ist bereits 2024 ausgelaufen, hat niemand hier geschrien. Der Bürgermeister von Los Llanos, Javier Llams, gab aber in der Ratssitzung bekannt, dass man damit rechne, dass in einer weiteren Ausschreibung schon jemand dieses Bombengeschäft machen will. Man wolle diese optimieren und attraktiver machen. Wir halten also fest, dass niemand für 20% der geschätzten Bruttoeinnahmen das machen will. Man möchte es attraktiver gestalten.
Betrachtet man die genannten Zahlen, dann wundert man sich, was da los ist. Das wirkt doch erstmal recht attraktiv auf den ersten Blick. Dass man es noch günstiger machen will, ist schon verwunderlich. Natürlich kann man, an erster Stelle mal annehmen, dass die Kalkulation über 15 Jahre vielleicht nicht ganz realistisch ist. Auch hier vollzieht sich ja langsam ein Wandel hin zum E-Mobil. Und die müssen ja gerade gar kein Geld in die Maschine werfen, sondern dürfen gratis parken. Dann stellt man sich die Frage, ob da nicht kalkuliert mal abgewartet wird, ob die Gemeinde die Gewinnmarge noch etwas erhöht. Für 5% der geschätzten Einnahmen ist besser wirtschafften, als für 20%. Und wenn man weiß, dass es sonst niemand gibt, der das macht, uns man am Ende fest mit dem Zuschlag rechnet, dann hält man einfach mal die Füße still. Was aber irgendwie unverständlich ist, ist die Nummer, wieso man sowas überhaupt an ein privates Unternehmen auslagern muss. Die gemeinde könnte ja nach eigenen Schätzungen schlappe 6,4 statt 1,3 Millionen in 15 Jahren einnehmen. Klar haben die auch immer Personalkosten. Aber die Gemeinden haben über das eigene Beschäftigungsprogramm sowieso immer Menschen angestellt. Auch „geringqualifizierte“ Kräfte werden da, für die Gemeinde rekrutiert, zum Beispiel zu fegen der Straße oder auch zur Pflege von Grünanlagen. Da könnte man doch dauerhaft ein paar mehr Stellen schaffen, die dann eben durch die Straßen laufen und die Parkzone kontrollieren.