Zwei Drittel Strom und knapp ein Drittel Straße

Am Tunnel der Cumbre wurde eine Photovoltaikanlage eingeweiht, die zur Versorgung des Tunnels beitragen soll. Man macht sich nun gewissermaßen den Strom, der für Belüftung und Beleuchtung der Tunnelröhre benötigt wird, einfach selber. Das ist nicht ganz doof, schließlich braucht man da drin mächtig viel Licht. Und am Tage, also wenn draußen die Sonne scheint, kann man das direkt verwenden. Kalkuliert ist nun eine Eigenversorgung von 67%. Mehr dürfte nicht möglich sein, wenn man nicht richtig große Speicher einbaut. Aber die bei der Eröffnung versammelte lokale Politik betont, dass das trotzdem eine gewaltige Sache sei. Finanziert wurde das Projekt über den EU-Fond „Next Generation“ welcher ausdrücklich auch dafür da ist, die Nachhaltigkeit der öffentlichen Infrastruktur zu verbessern. Auf Gran Canaria und Teneriffa gibt es schon mehrere dieser „solarbetriebenen Tunnel“, nun also auch auf La Palma. Neben einer Kosteneinsparung von kalkulierten € 40.000 pro Jahr an Energiekosten, kommt hier tatsächlich noch der tolle Aspekt der sauberen Energie dazu. Auf La Palma kommt der allermeiste Strom ja nach wie vor aus dem Schwerölstinker bei in Braña Baja. Wenn also Großverbraucher da ein Stück weit davon abgekoppelt werden, dann hat das auch einen direkten ökologischen Nutzen. In der dazu veröffentlichten Presseerklärung zur Eröffnung des neuen Solarfeldes, wird von einer Einsparung von 402 Tonnen CO2 gesprochen. Das im Zeitraum der nächsten 20 Jahre, die als Lebensdauer der Anlage kalkuliert sind. Das bezieht sich freilich auf den momentanen Stand. Sollte man die generelle Stromversorgung im großen Stil in den nächsten Jahren auf klimafreundlichere beine Stellen, dann wäre das Netto etwas weniger. Da aber da, man redet ja immer gerne von der zu nutzenden vulkanischen Wärme, bislang nichts Konkretes ansteht, ist das auch eher Zukunftsmusik. Zudem wir ja auch nach wie vor mit überlasteten Stromnetzten zu kämpfen haben. Eine dezentrale Versorgung direkt am Tunneleingang hilft da sicher auch.

Dann gibt es noch eine Wasserstandsmeldung zur LP2. Immer wieder tauchen da Drohnenbilder im Netz auf, die zeigen sollen, wie weit man da schon ist. Wer nun aber kein Bauingenieur ist, der hat Probleme den Baufortschritt entsprechend einzuordnen. Die Tatsache, dass man da eine komplett planierte Piste auf den zu bewältigen 2,3 Kilometer sieht, will ja erstmal nicht viel heißen. Gestern war dann Pablo Rodriguez, der kanarische Minister für Bau und Infrastruktur vor Ort, um sich die Geschichte anzuschauen. Und in dem Zusammenhang betonte man dann nochmal die vielfältigen technischen Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen habe. Und man spricht nun von einem Baufortschritt von über 30 %. Das ist insofern spannend, weil man nun nochmal sieht, dass die ursprünglich geplante Eröffnung, im Januar 2027 nichts werden wird. Mittlerweile hat man das ja auch schon revidiert, und „hofft“ dass bis zum Mai nächsten Jahres zu schaffen. DA sind dann schließlich Wahlen, und das wäre ja ganz fein, wenn man sich das Projekt komplett auf die eigene Fahne schreiben kann. Allerdings war ja, der Baubeginn bereits Ende Dezember im verfangenen Jahr. Nun sind sieben Monate rum, und der Fortschritt liegt bei etwas über 30%. Wenn es also normal so weiterläuft, dann haben wir mindestens nochmal 14 Monate vor uns. Das würde bedeuten, dass würde bedeuten, dass es eben dann doch nicht ganz hinhaut. Aber, wir reden hier ja auch vom gesamten Projekt. Nicht ausgeschlossen ist ja auch, dass die Durchfahrt viel früher denkbar ist. Seit November kann man ja schon von La Laguna nach Las Manchas fahren. Zwei Spuren sind gut asphaltiert. Gebaut wird da dennoch weiterhin, und man ist weit weg, von einem abgeschlossenen Projekt. Deswegen ist da eben fertig nicht gleich fertig. Die Möglichkeit für eine feierliche Eröffnung der Strecke zu einem früheren Zeitpunkt (vor der Wahl) besteht also durchaus.