Man darf da widersprechen und der Preis ist unten

Die Inselregierung werkelt fleißig am Plan die Küste von Puerto Naos und La Bombilla touristisch neu zu bebauen. Die KI-generierten Bilder der möglichen Bauten zur Unterbringung der zusätzlichen erwarteten Inselbesucher, haben ja etwas Gespött hervorgerufen. Mehrstöckigen Gebäude, welche rings um von Bananen umgeben sind. Das soll ja nicht stören, so war die Idee, und deshalb sollen sich die Tourismusbauten in die Landschaft, also in dem Fall in die Bananen einfügen. Wer ernsthaft erwartet, dass das am Ende genau so aussieht, der ist vielleicht auf dem Holzweg. Hier geht es natürlich auch darum, die aufgebrachten Gemüter, also den Bananenbauer zu befrieden. Genauso den Traditionalisten, der nix neues haben will. Wenn die Stauden erstmal hoch genug sind, dann sieht man die Klötze mit den Touris drin ja gar nicht mehr. Ob da jemals etwas gebaut wird, oder ob man da auf Villen hofft, die nachher auch ganz untouristisch verkauft werden können, das weiß man derzeit auch nicht. Attraktiv wirkt das zumindest auf den „normalen“ La Palma Besucher nicht wirklich, was da vorgeschlagen wird. Am Ende braucht es da einen Investor, der damit ja auch Geld verdienen will. Und der kalkuliert dann sicher auch und macht eine palmerische Marktanalyse. Vielleicht bin ich da durch meine berufliche Tätigkeit auch in meiner Sichtweise etwas eingeschränkt, aber an den oder die Golfplätze glaube ich auch nicht wirklich. Ich weiß schlichtweg nicht wirklich, wo die Kundschaft herkommen soll. Die Angst, dass wir zu einer Kopie des Südens von Teneriffa werden, ist eher unbegründet. Da gibt es sowas ja schon, also warum sollte man hier eine Kopie machen, wenn man als Massentourist auch das Original, mit der entsprechenden Infrastruktur, buchen kann. Sollte der Plan aber in Kraft treten, dann sind da etliche Ländereien plötzlich viel mehr wert. Und wenn das dann am Ende so nicht gebaut wird, nun gut. Eine kleine Appartementanlage kann auch lohnend sein, oder zumindest das Land zu haben, wo sowas möglich ist. Jedenfalls liegen die Pläne nun zur Einsicht bereit. Wahrscheinlich im Rathaus von Los Llanos, das wurde in der Pressemittelung nämlich nicht gesagt. Aber deren Gemeindegebiet ist das eben. Da darf man dann noch Änderungsvorschläge machen, oder auch widersprechen, bzw. den Versuch unternehmen das zu tun. Der Name des Planungsdokuments lautet: “Instrumento de Planificación Singular Turística” (IPST). Bis zum 9. Oktober kann man da einen Einblick einfordern.

Vor allem die Landwirte fürchten da um ihr Ackerland. Und irgendwie klingt es auch komisch, dass man zum einen gerade versucht, neue Flächen für die Bananenbauern zu schaffen, weil der Vulkan ja etliches gefressen hat, auf der anderen Seite möchte man aber Flächen, die sich in der Produktion befinden, umwandeln und damit wegnehmen. Auf der anderen Seite hat man auch schon einiges geschafft. Ein Viertel der vom Vulkan gefressenen Anbauflächen sind bereits wieder in Produktion, was 74,2, Hektar entsprecht. Weiter 14,9 Hektar sind gerade im Wiederaufbau. In der Summe würde damit ein Drittel der 277 Hektar, die dem elenden Feuerberg zum Opfer gefallen sind, wieder hergestellt sein. Allerdings klagen die Landwirte. Zur wirtschaftlichen Erholung reicht die Schaffung der Betriebsflächen nämlich nicht aus. Das Problem, welches gerade besteht, ist der niedrige Erzeugerpreis welcher laut des Wöchentlicher Obst- und Gemüsepreisbericht der Landwirtschaftsbehörde MAPA arg im Keller ist. Gerade einmal 37 Cent erhält der Erzeuger der Platano gerade für ein Kilo. Das ist der Durchschnittspreis für die Banane, die ja nur auf den Kanaren produziert wird. Es ist also möglich, dass es geringe Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln gibt. Nun kommt aber das Problem. Im Schnitt liegen die Produktionskosten derzeit bei rund 75 Cent je Kilo. Das bedeutet, das der Erzeugerpreis nur rund 50% der Kosten deckt. Grundsätzlich erhält der Erzeuger dann nochmal 32 Cent Subventionen über die PSOI und es sind auch noch weitere Zuschläge möglich. Außerdem ist auch noch eine Subvention pro Hektar von Freiluftkulturen von 1.200 € möglich. Allerdings würde das alles zusammen dann gerade einmal die Produktionskosten decken. Gewinn ist da noch keiner gemacht. Betrachtet man den Erzeugerpreis, so liegt dieser derzeit rund 9% unter dem des letzten Jahres zum gleichen Zeitpunkt, aber eben 42 % unter dem Schnitt der letzten 5 Jahre. Wer nun denkt, dass subventionierte Landwirtschaft sowieso ein Klotz am Bein des nordeuropäischen Steuerzahlers ist, der vergisst, dass in Deutschland auch alles subventioniert ist. Vom Weizen für das geliebte Brot, über den Hopfen fürs Bier, bis hin zu Schweinen die verwurstet werden. Und wenn auf dem Festland weiterhin die Dollarbananen aus dem Aldi geholt werden, statt die wohlschmeckenden kanarischen Krummfrüchte zu kaufen, die eben teurer sind, dann liegt das Problem eben auch ein Stückweit beim Konsumenten. Das was man derzeit bereit ist für Lebensmittel zu bezahlen, reicht keinem Landwirt zum Leben. Dass man es am Ende über die Steuerfinanzierten Subventionen macht, ist dann eben der Plan B. Als Gesellschaft würde uns hier auf der Insel der Wegfall der Platano und deren Subventionen derzeit das Genick brechen. Das Geld, welches der Bananenbauer verdient, geht im Normalfall in den lokalen Konsum, schafft Arbeit und verteilt das Geld auf alle.