Im Sommer passiert wenig und doch viel

Wir haben gerade Sommerpause. Man merkt das tatsächlich, dass alles etwas ruhiger von statten geht. Zwar sind gerade etwas mehr Touristen als noch im Juni hier, aber das liegt vor allem an den spanischen Sommerferien. Die gehen schon einige Wochen und dauern auch noch bis fast Mitte September. Das betrifft aber nicht nur die Schulen, sondern eben auch die gesamte Drum rum. Die Geschäfte haben spezielle Öffnungszeiten, viele Restaurants machen gar nicht auf, oder nur den halben Tag, weil es ganz einfach an Kundschaft mangelt. Wer hat, und das sind nicht wenige, bewohnt auch ganz gern die Zweitwohnung am Wasser, weil das im Sommer angenehmer und auch ganz einfach palmerische Gewohnheit ist. Die Politik arbeitet auch nur mit halber Kraft, weil die Besetzung in den Rathäusern auch dünner ist, eben wegen Urlaub. Dafür gibt es dann aber im Sommer auch Programm. In jedem Ort wird gefeiert, und da das meist zu Ehren einer Jungfrau. Wer nun drauf kommt, dass die Ehrentage dieser Provinzheiligen religiös bedingt alle im Sommer liegen, der hat die Rechnung ohne die Feierwütigen gemacht. Das hat schon alles seinen sozialen Zweck. Im Winter bringt das ja nichts, deshalb muss im Sommer den heiligen Jungfrauen gehuldigt werden, weil man immer noch ein Rahmenprogramm drumherum hat. Da hier nun wiederum die Bürgermeister und Stadträte voll eingebunden werden, erklärt das auch, dass man für Politik nicht wirklich Zeit hat. Hier in El Paso ist nun wieder die Feierlichkeiten der Virgin del Pino. Nicht wirklich, eigentlich ist die nur alle Paar Jahre, mit der Bajada, aber man bastelt trotzdem immer ein Programm. Das geht dann vom Fußballturnier bis zum schon traditionellen klassischen Konzert, welchen nun schon unter dem Titel „Internationales Musikfestival der Stadt El Paso“, schon seine 29. Ausgabe feiert. Wobei das dieses Mal nicht wirklich international ist, vielleicht nur ein kleines Bisschen. Vom 21. Bis 26 August finden insgesamt 3 Veranstaltungen statt, Zwei davon in der Casa de La Cultura und der Höhepunkt wird ein Konzert in der Kirche sein, wo das Symphonieorchester aus Teneriffa gemeinsam mit Teilen der Banda Municipal aus El Paso auftreten wird um da Beethoven zu spielen. Da fangen nun, zumindest für die lokalen Musiker, die Proben an. Bislang ging das nämlich auch nicht richtig, alldieweil im Sommer alle mal Urlaub machen. Deshalb müssen wir die kleine Tochter nun fast jeden Abend hoch ins Dorf fahren, weil die da mit machen darf, was ja, weil das mit dem spanischen Pas noch ein wenig dauert, die Nummer dann eben doch irgendwie „international“ macht. Für die Kurze ist das auch kein normales Konzert, wo man die Uniform der Banda trägt. Gemeinsam mit einem Sinfonieorchester auf der Bühne zu stehen, verlangt nach einem schicken schwarzen Kleid, welches bereits vor einigen Wochen in Los Llanos erworben wurde. Da wird nun auch mit der Mama schon über die Frisur gesprochen, und mir wird dabei ganz anders. Bislang hat die Tochter brav auf den „Schönheitswahn“ ihrer Mitschüler im Grundschulalter verzichtet und sich sauber davon abgegrenzt die Prinzessin zu mimen. Das wird dann aber sicher alles wieder „normal“ werden in den Tagen danach.

Das Programm ist hier zu finden