Schön eigebetet in die umliegende Bananenlandschaft. So hat man im Vorfeld die Planung für das Sonderplanungsinstrument für Tourismus zur Küstenentwicklung von Los Llanos de Aridane angepriesen. Schöne KI-Bilder mit Bananen, quasi bis in die Hotellobby waren da zu sehen. Seit vielen Jahren bastelt man daran, und das ganze soll uns den Weg in die insulare Zukunft weisen. Weg von der Monokultur, hin zur touristischen Destination. Aber natürlich nicht wie woanders, sondern eben palmerisch, umweltschonend, das bestehende bewahrend und so weiter. Die Pläne kann man nun einsehen, und irgendwie stimmt die Nummer dann aber gar nicht so sehr mit den zuvor veröffentlichten KI-Bildern und dem Gerede von der heilen Welt überein. Die sogenannte „Alternative 3“, laut den Erstellern des Planes „ein umfassendes Modell mit maximaler ökologischer Integration und minimaler optischer Beeinträchtigung“ bringt dann aber doch etwas mit sich, dass größer und bombastischer daherkommt, als man zuvor kommuniziert hat. Sechs Gebäude auf verschiedenen Parzellen mit Insgesamt 2.109 Betten, verteilt auf Appartements und Hotelkomplexe. Dazu noch 2 Gebäude zu Gewerbezwecken. Also mit Geschäften und Gastronomie, damit der herbeigesehnte Urlauber auch was konsumieren kann. Die Bettenburgen sollen bis zu 28 Meter in den Himmel ragen, und mit Erdgeschoss 8 Stockwerke umfassen. Ziel sei es maximale Flächeneffizienz zu erreichen, so lässt man verlauten. Nicht allen gefällt das, so hat sich die Sprecherin der PSOE, Alicia Vanoostende, zu Wort gemeldet und meint, dass das Hotel in Puerto Naos dagegen winzig wirken würde. Außerdem würde Umweltprüfung auch Dokumente enthalten, die von der Inselregierung nicht veröffentlicht wurden.

Man kann sich nun über diese Pläne, die gerade ausliegen und gegen die immer noch Einspruch erhoben werden kann, mächtig aufregen, oder man stellt sich die Frage, warum die das so machen. Die Antwort liegt freilich im Bereich der Spekulation. Aber im Prinzip gibt es dafür nur 2 Möglichkeiten: Die eine wäre, dass man tatsächlich denkt, dass Hotelbauten in den Bananen tatsächlich funktionieren könnten, und dass uns willige Pauschalurlauber in Zukunft die Bude einrennen werden, weil es nichts Angenehmeres gibt, als zwischen gespritzten Bananen (konventionell) oder mistgedüngten (bio), so residieren. Mit keinem Strand vor der Tür, man muss nach Puerto Naos oder an den Charco Verde und auch ohne sonstige Infrastruktur. Das wäre die positivere Variante, und man muss ehrlich sagen, dass diese Naivität nicht ganz abwegig ist. In den Gesprächen mit den Politikern kommt immer wieder zum Vorschein, dass diese den Tourismus, den wir hier eigentlich haben, nicht verstanden haben. Dass der La Palma-Besucher aus Mitteleuropa sich vom Besucher der anderen Inseln unterscheidet, sieht man im Normalfall schon, wenn man in Deutschland in den Flieger steigt. Gut wir haben gerade Maschinen mit Pauschalern aus England und auch aus Polen. Allerdings sieht man diese Leute kaum, schließlich ist das Hotel Buffett gut gedeckt, und häufig ist dann sogar noch die Trunkenheit im Preis inkludiert. Diese Leute kommen aber am Ende auch nur einmal, weil es eben an Infrastruktur fehlt, die man auf Teneriffa oder sonst wo findet. Und wenn die englische Presse, die Kanaren als Paradies beschreibt, alldieweil man da noch Bier für unter 2 Euro bekommen kann, dann sollte man sich eher zweimal überlegen, on man für diese Klientel das Paradies darstellen möchte. Dennoch merkt man, dass im Prinzip um genau dieses Klientel immer wieder geworben wird, um dann im gleichen Atemzug zu verkünden, dass hier doch alles ganz anders ist und man unbedingt die Fehler, die die anderen Inseln gemacht haben, von denen uns viele um unser aktuelles, natürlich gewachsenes Modell, tatsächlich beneiden. Bis heute haben die es nicht verstanden, dass ein Großteil der Besucher nicht wegen dem Vulkan, sondern trotz des Vulkans nach La Palma reist, eben weil man davor schon hier war. Dass der Vulkan für viele hier keine Attraktion darstellt, und dass das betreten der Grundstücke, auf denen halbversunkene Häuser stehen, für die ehemaligen Bewohner ein weiterer Schlag ins Gesicht ist, dass geht nicht in den Politikerkopf rein, wahrscheinlich, weil man sich vielleicht selbst so verhalten würde, wenn das woanders gewesen wäre.
Die andere Alternative ist, dass die Verantwortlichen genau wissen, dass das Konzept nicht aufgehen kann. Schließlich sollen diese Unterkünfte ja privat finanziert werden, und da stellt sich die Frage, welcher Investor tatsächlich an dieses Konzept glaubt. Man könne nun sagen, dass es gar nicht genug Flieger gibt, die die willigen Touristen nach La Palma bringen, aber da argumentiert zumindest die Politik, dass die Flieger nur kommen würden, wenn man genug Unterkünfte bereithält. Das ist aber auch eine Wette, und wenn man die Insularen Gegebenheiten anschaut, also wenig Strand, wenig typische Infrastruktur, dann ist das Risiko, diese Wette einzugehen halt extrem hoch. Ebenso verhält es sich ja auch mit den Golfplätzen, die wir unbedingt brauchen, und die im Prinzip auch schon genehmigt sind. Es gibt aber da aber bislang keinen tätigen Investor dafür. Aber das ist ja vielleicht, und da kommen nun die Vermutungen ins Spiel, auch entsprechend eingepreist. So umfassen die Pläne für den Golfplatz in Breña ja auch einige Luxusvillen, und dass zumindest die da irgendwann gebaut werden und dann rentabel vermarktet werden ist ja nicht auszuschließen. Überträgt man das auf den Küstenabschnitt von Puerto Naos, dann könnte man zu dem Schluss kommen, dass da auch irgendwann mal etwas gebaut werden könnte, was touristisch genutzt werden kann. Aber entsprechend kleiner. Mit genügend Garten drum rum wäre das vielleicht durchaus attraktiv. Allerdings geht das momentan nicht, alldieweil die Fläche eben rural ist. Deswegen braucht es eine Umwidmung, und wenn man schon dabei ist, dann langt man, mit dem was möglich gemacht werden soll, auch gleich richtig zu. Der Preis für das Land geht jedenfalls mal so richtig durch die Decke und wenn ich da keinen Bunker baue, aber einige freistehenden Häuser oder eine kleine Anlage, dann kann ich da eventuell schon meinen Schnitt machen.