Wahrscheinlich nicht wirklich, schließlich haben wir bereits Wahlkampf. Jedenfalls klingt die Pressemitteilung, die da von der Inselregierung rausging, erstmal ganz gut. Fast zu gut, und das sind dann immer diese Geschichten, die einen zu der Annahme bringen, dass da mächtig heiße Luft drinsteckt. Man plane nämlich ein Studentenwohnheim zu errichten. Ja, man kann auch auf La Palma studieren, und man hätte so oder so, gerne eine Unicampus, von dem aber auch die viele denken, dass es diesen hier niemals geben wird. Aber es geht eben nicht um die, die das Krankenpflegerdasein studieren wollen, was eben hier stattfindet, und das Inselkrankenhaus ganz offiziell in den Stand einer Uniklinik transformiert hat, sondern um all die anderen Studiengänge, die es hier eben nicht gibt. Der Bildungswillige Jungpalmero muss im Normalfall runter von der Insel. Zum Studium aufs Festland ist natürlich möglich, aber natürlich sind die großen schwesterlichen Inseln nicht nur geographisch näherliegend. Neben Las Palmas de Gran Canaria gibt es die Universität von La Laguna. Aber wie alle Studentenstädte gibt es dort ein Problem mit dem Wohnen. Sauteuer ist es da. Der Mietmarkt ist komplett überfordert, und auch ein Platz im Studentenwohnheim ist schwer zu ergattern. Hier setzt nun der Plan der Inselregierung den der Sergio gerade vorgestellt hat an. Mit der Kanarischen Regierung sei man am verhandeln, auf dass diese in La Laguna ein Grundstück an das Cabildo von La Palma überträgt. Da man der selben Partei angehört, gab es da auch keinen Wiederspruch. Wenn man das dann in den insularen Fingern hat, dann möchte man dort ein Studentenwohnheim errichten und betreiben. Exklusiv für palmerische Studenten. Schließlich sei es wichtig, dass die Kinderchen von hier eine Möglichkeit haben, es mal zu etwas zu bringen. Natürlich ist man da noch meilenweit weg. Wenn man das Grundstück habe, dann soll ein Projekt erstellt werden. In der Pressemitteilung steht aber nicht, dass man da bereits was im Auge habe, was eben dafür spricht, dass es weniger um das Wohnheim geht, als um die Meldung. Man könnte, wenn es ernst wäre, und man schon mit der kanarischen Regierung in Verhandlungen um ein bestimmtes Grundstück wäre, da ja viel weiter sein. Das mit den verschiedenen Institutionen ist nämlich eigentlich nicht das große Problem. Schließlich hat man in Lios Llanos ja auch das Auditorium fertig gebaut, dann aber keinen Strom gehabt, weil das Gebäude noch gar nicht von der Gemeinde auf die Inselregierung übertragen wurde, und der Stromversorger deshalb keinen offiziellen Anschluss legen konnte, was dann die Eröffnung am Kanarentag verhindert hat.
Was grundsätzlich erstmal schräg klingt, sprich La Palma betreibt ein Wohnheim für palmerische Studenten auf Teneriffa, ist aber, so behauptet man, grundsätzlich möglich. Die Reform des Inselratgesetzes, die vor kurzem verabschiedet wurde, würde auch Infrastrukturprojekte außerhalb der Insel ermöglichen, um den Einwohnern Dienstleistungen anzubieten. Man muss also, um Wohnheim leben, aber eben bei Mama und Papa gemeldet bleiben, sonst ist man ja kein Palmero mehr und kann deshalb die Dienstleistung nicht in Anspruch nehmen. Ob das dann so korrekt ist, bleibt ja fraglich, aber wenn z.B. der Mietvertrag auf die Eltern geht, dann wäre das ja auch anders möglich. Natürlich bleiben die meisten ja auch erstmal bei Ihrer alten Adresse gemeldet, schließlich hängen die ja auch weiterhin am elterlichen Geldbeutel.
Mit La Laguna soll es dann aber nicht zu Ende sein. Danach plane man auch auf Gran Canaria so eine Unterkunft. Wo dann am Ende die Grenzen liegen, sagt man nicht, aber in dem Kommentarspalten liest man schon ganz lustige Vorschläge, wo man theoretisch überall studieren könnte und auf subventionierten Wohnraum angewiesen sei.