Frist verpasst und es wird teurer

Die letzten 6 Tage, habe ich wegen Abwesenheit nicht wirklich geschaut, was da so lokal passiert ist, was im Sommer ja meist gar nicht so schlimm ist. Alle haben noch Urlaub und deshalb passiert in der Politik und Verwaltung nicht so viel. In den letzten Tagen gab es aber dann kurz wieder etwas Unruhe, alldieweil das kanarische Amtsblatt berichtet hat, dass wir hier eine Frist verpasst hätten, und deshalb das Verfahren als beendet erklärt wurde. Es geht dabei um eines der umstrittensten Geschichten auf La Palma der letzten Jahre, nämlich um die Umgehung der LP 2, welche unten an der Westküste El Remo mit Las Indias verbinden soll. Umstritten ist die Geschichte vor allem wegen den hohen Kosten. Schlappe 350 Millionen Euro sind da eingeplant. Bezahlt werden soll das von der kanarischen Regierung und dem Spanischen Staat. Und da man hier immer die Entwicklungspläne über mehrere Jahre zuvor macht, ist die Geschichte schon reingepackt. Im Prinzip steht also die Finanzierung. Die kosten sind so hoch, weil man da an der Küste Tunnel graben, bzw. Galerien anlegen muss, weil da die Erde bröckelt. Dass eine direkte Verbindung nach Las Indias sinnvoll wäre, das sehen zumindest die meisten Leute, die hier wohnen genauso. Der Umweg über Las Manchas und dann bis Fuencaliente ist eben sehr weit, und man darf die Geschichte eben nicht nur durch die Besucherbrille betrachten. Hier ist dann eher Kosten-Nutzen-Rechnung das Problem, aber wenn das eben von außen bezahlt wird, dann hat man hier meist keine Probleme damit. Auf dem Weg zum Tunnel sind aber noch einige kleiner Hürden zu überwinden. Der Beschluss, dass wir das Ding haben wollen und das es im Finanzierungsplan ist, reicht noch nicht wirklich. Der Normalmensch hat immer noch das Recht da zu widersprechen und Einwände zu bringen. Erst dann kann die Umweltverträglichkeitsprüfung anlaufen. Wenn die dann genehmigt ist, dann geht das in die Ausschreibung. Nachdem die Pläne veröffentlicht wurden gibt die kanarische Regierung ein Jahr Zeit, in der die Inselverwaltung dann wiederum eventuelle Einsprüche oder Kritik einholen und weiterleiten kann. Jetzt kam aber raus, dass die Inselverwaltung das gar nicht gemacht hat. Das behauptet zumindest die kanarische Regierung. Ohne das wird es also kein Umweltverträglichkeitsverfahren geben, und ohne das wird dann auch nichts gebaut. Die insulare Opposition hat da dann gleich die Finger in die Wunde gesteckt, und den Inselpräsidenten aufgefordert, in Zukunft mehr zu arbeiten und weniger Ankündigungen zu machen. Und man fragt sich wirklich, was da passiert ist. Warum wurden die eingeholten Kritiken an dem Projekt nicht weitergeleitet, damit da alles seinen Gang gehen kann?

Der Inselpräsident hat sich nun an die Öffentlichkeit gewannt und mitgeteilt, dass gar nichts schlimmes passiert sei. Das Projekt würde noch stehen und man Plane in der nächsten Legislaturperiode dann die Ausschreibung für die Bauarbeiten. Was da passiert ist, kann er aber auch nicht sagen, nur dass er eben den Schuldigen an der Verbaselung nicht benennen könne. Allerdings muss man nun eben wieder von Vorne beginnen. Sprich das Projekt muss öffentlich einsehbar sein, man muss den Bedenkenträgern eine gewisse zeit für Einsprüche einräumen und das dann anschließend an die höhere Stelle weiterleiten, was eigentlich schon im April hätte passiert sein sollen.

Dan plant die Inselregierung noch eine Preiserhöhung für die touristischen Besucherzentren. Das geht aus einem Artikel der Zeitung ElTime.es hervor. Die neuen Preise sollen die tatsächlichen Kosten, die der unterhalt dieser Einrichtungen verursachen würden, dann entsprechend abdecken. Im Moment ist dies offensichtlich nicht der Fall. Der Preis in El Tendal soll von 8 auf 10 Euro steigen. Cañas de Fuego und die Vulkanhöhle Cueva de Las Palomas sollen auf jeweils 15 Euro klettern, aber man plant eine Kombikarte für beides von €25,-. Auf dem Roque soll es auch teurer werden. Zwar bleibt der Eintrittspreis für das Besucherzentrum bei € 15,-, aber für die Astronomische Beobachtungsplattform sollen nun ebenfalls 5 Euronen fällig werden. Die Momentanen Preise stammen aus dem Jahr 2022. Deswegen kann man da nun vielleicht wirklich wieder etwas mehr verlangen, schließlich verdienen die Angestellten der Einrichtungen nun auch entsprechend mehr.