Das ist ungesund und der „kleinlaute Killer“

Man wusste es ja auch vorher, aber nun sagen uns die Lungenärzte, dass so ein Vulkanausbruch auf die Bronchen geht. Das ist nun freilich nicht die große Neuigkeit, dass das permanente Einatmen von vulkanischer Asche auf Dauer den Alveolen nicht gerade zuträglich sein kann. Aber natürlich bin ich weit davon entfernt, nun über die Wissenschaft zu lästern, nur weil die Erkenntnis von 5 Jahren Untersuchung, für den Ottonormalatmer nun keine ganz bahnbrechende Erkenntnis gebracht hat. Die Rede ist vom „ASHES-Projekt“ welches von der Spanischen Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (SEPAR) initiiert wurde und seine Daten am 22. September im Krankenhaus von La Palma detailliert der Öffentlichkeit präsentieren wird. Was bislang durchgesickert ist, ist die Tatsache, dass vor allem die Leute, welche dem Ausbrauch ausgesetzt waren, ein ungefähr 3-fach erhöhtes Risiko von Atemproblemen während des Aschregens hatten, wie ohne Vulkan. Wer dabei war, und das Zeug eingeatmet hat, der weiß davon zu berichten. Aber die Wissenschaft arbeitet ja nicht für den „normalen Menschen“, sondern für die Zukunft, und da es bislang keine Wissenschaftliche Untersuchung dieses Ausmaßes gab, wie sich ein solcher Ausbruch auf die Menschen und deren Atemorgane auswirkt, bringt das dann eben doch was. Auch weil es darum gehen soll, für die Zukunft Handlungstrategien zu entwickeln. Über die Website von SEPAR erfährt man dann wie dieses Projekt aufgebaut war. Über den Zeitraum von 5 Jahren hat man Menschen auf der Insel untersucht. Hierzu gehörten Gespräche über etwaige Atembeschwerden aber eben auch regelmäßige Tests der Lungenfunktion. Unterteilt wurde dabei in verschiedene Gruppen. Da gab es die, die weiter weg wohnten, die, die im direkten Einzugsgebiet, also regelmäßig der Asche ausgesetzt waren, Kinder und auch Menschen die bereits eine chronische Erkrankung der Lunge mitgebracht haben. In der Ankündigung der Präsentation wird betont, dass die Atemwegsgesundheit und die Lebensqualität von Erwachsenen und Kindern nach dem Ausbruch des Vulkans Tajogaite erheblich beeinträchtigt waren. Was, wie gesagt, nicht wirklich etwas Neues aussagt. Aber da die Studie ja über 5 Jahre ging, ist es schon auch spannend zu wissen, in wie fern sich die Bedingungen und auch die Lungen wieder gebessert haben.

Und weil wir gerade bei der Lunge sind, kommt gleich das nächste Thema auf den Tisch, welches in den vergangenen Monaten stetig für Unruhe und Verunsicherung gesorgt hat. „Radon“ heißt das Edelgas, welches für die Lunge arg schädlich sein soll und als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs gilt und aus dem Zerfall von Uran entsteht. Da es auf La Palma in Nachgang an den Ausbruch an insgesamt fünf Stellen zu erhöhten Messungen kam, war manch einer tief besorgt. Candelaria Martín, Forscherin am Institut für Tierbiologie, Bodenkunde und Geologie der Universität La Laguna. EFE, hat nun aber gegenüber der Nachrichtenagentur EFE mitgeteilt, dass es keinerlei Grund zur Sorge gebe. 19% der Kanaren sind von erhöhten Radonwerten betroffen, vor allem aber Gran Canaria und Teneriffa. Bis auf das eine Haus in Tajuya, welches große Risse im Boden hat, und nicht bewohnt und damit auch nicht belüftet wird, liegen die anderen 4 Messpunkte in Puerto Naos oder La Bombilla, aber eben in Gebäuden, die aufgrund der massiv erhöhten CO2-Werte, nach wie vor nicht betreten werden dürfen. Damit sind die 5 Gebäude also kontrolliert und es geht keine Gefahr davon aus. Wer es nun mit der Angst zu tun bekommt, der sollte wissen, dass das Edelgas überall vorkommt. Und die erhöhten Werte, welche hier gemessen wurden, beziehen sich auch auf einen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter. Auch da muss man immer aufpassen, weil es eben ein Referenz- und kein Grenzwert ist. Es geht also nicht um eine Grenze die überschritten wird, ab der es gesundheitsgefährdend ist, sondern um ein statistisches Verhältnis zum „Normalzustand“, also einem Durchschnittswert. Gesund ist das Zeug jedenfalls nicht, aber eben auch kein „Killer“, zumindest nicht in der Konzentration wie hier.