Hier auf La Palma gibt es viele alte Autos. Also die ganz alten. Das liegt vor allem daran, dass man hier nichts wegschmeißt. Die ganzen alten Karren kann man immer noch irgendwie reparieren und durch die Insellage, war es früher schwer an Ersatzteile zu kommen. Also hat man selbst gewerkelt und gebastelt. Die Schrauber haben deswegen Gewohnheiten und Fähigkeiten, die anderswo verloren gegangen sind. Außerdem wird hier das Hobby der Autoschrauberei und des Herrichtens von Oldtimern ganz gerne von der einen an die andere Generation weitergegeben. Der Oldtimerclub in El Paso ist auch schon 40 Jahre dabei und es gibt eben auch jüngere Mitglieder. Regelmäßig gibt es dann Treffen, wo z.B. auch nur ganz bestimmte Fahrzeuge teilnehmen. Die alten Seat 500 oder eben auch Landrover, also diese alten „Tortugas“, die mit scheinbar festgestelltem erstem Gang, nach wie vor über die Insel tuckern und in der Landwirtschaft eine Art Ersatz für anderswo verwendete Traktoren darstellen und später vom Toyota Hillux abgelöst wurden. Vor dem Landrover gab es allerdings noch ein anderes Fortbewegungsmittel, um auf die Felder zu gelangen, die Ernte zu transportieren oder generell zwischen den Dörfern hin und her zu gelangen. Die Rede ist von Maultieren und Eseln. Die Gemeinden Mazo und Breña Baja haben da nun eine Idee, und versuchen, uns zurück in die Vergangenheit zu bringen. Man veranstaltet nämlich am 26. September eine „Burrada“, was sinngemäß eigentlich sowas wie eine „Eselei“ bedeutet, und damit nicht unbedingt positiv besetzt sein mag.
Laut dem Bericht auf der Homepage der Gemeinde Mazo, soll diese erste Ausgabe der „Eselei“ dazu dienen, dass den Bewohnern der Insel, die Tradition und die Bedeutung Lastentiere auf der Insel wieder in Erinnerung geführt. Auch die jüngere Generation, welche die Tiere ja nur noch auf Bildern kennt, soll zurück zu ihren palmerischen Wurzeln gelangen. Der Bürgermeister von Mazo, Idafe Hernandez, wünscht sich, „dass diese erste Ausgabe ein Treffpunkt für die Generationen und Gemeinden wird, um unsere Traditionen wiederzubeleben und sie insbesondere der jüngeren Generation näherzubringen. Ländliches Erbe findet sich nicht nur in unseren Gebäuden und Landschaften, sondern auch in den Lebensweisen, dem Wissen und den Berufen unserer Vorfahren.“ Der Hauptteil der Veranstaltung soll eine Art Esel- und Informationswanderung sein, beginnend am Markt, über verschieden Abschnitte des GR130 bis zum Montaña de la Breña, mit verschiedenen Informationsveranstaltungen zu Beginn und im verlauf der Strecke. Dazu braucht es allerdings eben nicht nur Informationshungrige Besucher, sondern auch Esel. Wer mit seinem Vierbeiner da teilnehmen möchte kann sich unter der Nummer 922 440 003 (Durchwahl 300) beim Rathaus von Mazo melden. Man hofft seitens der Gemeinde, dass es nicht bei dieser einmaligen Ausgabe der Eselei bleiben wird, sondern plant das Fest fest als Attraktion und Institution im palmerischen Kalender zu verankern.

Nun aber vom Esel zurück zur moderneren Fortbewegung und zur LP2. Da wird gebaut, und wir hier in Tajuya sehen da täglich Staubwolken und hären auch die Maschinen. Zum Jahreswechsel ging es da los, und ursprünglich wollte man nächsten Januar fertig sein, hat aber längst mitgeteilt, dass es wohl länger dauern wird. Mit Mitte nächsten Jahres wird nun kalkuliert, aber vielleicht ist die ganze Sache nämlich nicht ganz so, wie man sich das vorstellt. Fertig bedeutet ja nun mal fertig. Aber an der Straße zwischen La Laguna und Las Manchas wird ja auch noch eifrig gebaut, obwohl die Strecke bereits seit November vergangen Jahres befahrbar ist. Auf den Zusammenhang hat uns ein befreundeter Lokalpolizist aus El Paso gebracht, der ja Informationstechnisch relativ nah am Geschehen dran ist, also wissen muss, was da so nicht offiziell in den Rathäusern gesprochen und geplant ist. Natürlich sagt da keiner was offiziell, aber man hoffe wohl, dass die Strecke Tajuya – Las Manschas vielleicht noch in diesem Jahr befahrbar sein soll. Das wäre ja nun nicht ganz unlogisch, schließlich wurde ja stets nur vom „Abschluss der Bauarbeiten“ gesprochen, nicht aber von einem Termin für die Nutzbarkeit der Straße und zwischen La Laguna und Las Manchas hat man das ja eben auch genauso gehandhabt. „Fertig“ bis zu den Wahlen nächstes Jahr, schließlich war die Straße ja ein Wahlversprechen, wird man wohl nicht. Nutzbar könnte die Strecke aber schon werden. Die Frage ist eben nur wann. Für die Anwohner wäre möglichst früh sehr gut. Für die Verantwortlichen der Politik wäre eine Eröffnung, vor der endgültigen Fertigstellung, die möglichst nahe am Wahltermin liegt, vielleicht aber entsprechend günstiger.