Wenn man seine Rechnung nicht bezahlt, dann kommt irgendwann das Inkassounternehmen und droht. Wahlweise mit rechtlichen Schritten oder, wenn die von der Mafia sind, mit dem Verlust einzelner Finger. Je nach dem wo man sich halt sein Geld geliehen hat. Hier wird auch gedroht, nicht rechtlich, sondern mit Konsequenzen. Passiert ist das nun in Santa Cruz de La Palma. Dort wird ja der Parkplatz am Hafen ganz gerne für Veranstaltungen genutzt, wenn er eben nicht als Parkplatz dient. Das Gelände gehört aber gar nicht der Gemeinde, sondern eigentlich dem spanischen Staat. Allerdings kümmern die sich nur bedingt um den Betrieb, sondern haben das an die Hafenbehörde von Teneriffa übertragen, die zwar theoretisch auch direkt dem Zentralstaat unterstellt ist, aber im Alltag unabhängig arbeitet und deren Aufsichtsrat wiederum von der lokalen Politik besetzt wird. Das nur so am Rande zur Organisation, wenn wir uns daran erinnern, dass die kanarische Regierung die Anlandung des hantabevirten Schiffes verhindern wollte und Madrid dann einfach gesagt hat, dass das aber ihr Hafen sei und, laut Gesetz, auch sie am Ende das letzte Wort hätten. Ähnlich sieht die Geschichte momentan in Ceuta aus. Wo die regionale konservative Regierung meint, dass die Situation mit den Flüchtlingen am Strand so schlimm sei, dass die Anwohner deren Zelte niederbrennen, das rote Kreuz daran hindern Essen zu verteilen, oder in ihrer Verzweiflung einem 8jähren Mädchen aus Marokko mit einem Luftgewehr ins Gesicht schießen müssen. Ein provisorisches und organisiertes Auffanglager im Hafengelände wollten die aber dann doch nicht haben. Bezahlt, abgetrennt und organisiert von der Zentralregierung. Ein Schelm wer böses dabei denkt… Am Ende hat Madrid, denen der ja Hafen gehört gesagt, dass es Ihnen schlichtweg egal sei und basteln nun zumindest für einen Teil der Leute an einem Lager mit Betten und sanitären Anlagen. In Deutschland steht dann in der Zeitung, dass die Zentralregierung die Kontrolle über den Hafen übernommen habe.
Aber zurück nach La Palma. So kleine Geschichten wie Veranstaltungen, damit geben sich die Madrid nicht ab, dass darf dann die Hafenbehörde selbst entscheiden. Und das haben die auch gemacht und das Gelände für das Blue Experience-Festival 2024 zur Verfügung gestellt. Allerdings lässt man sich das was kosten und fordert nun von der Gemeinde schlappe 23.000 Euro. Verbunden mit der Drohung die Lizenz für den Parkplatz an dieser und an anderen Stellen zurück zu nehmen, sollte das Gerld weiter nicht auf dem Konto erscheinen. Allerdings wird die Nummer nun ein wenig kompliziert, und die aus Santa Cruz schauen ein wenig betölpelt aus der Wäsche. Die haben das Festival nämlich gar nicht veranstaltet. Das war Sodepal, also die Inseleigene Firma des Cabildos. Aber man hat eben selbst den Nutzungsantrag bei der Hafenbehörde gestellt, sich aber weder von der Inselregierung noch vom Unternehmen irgendetwas schriftliches geben lassen, dass die die Kosten übernehmen oder das ausgelegte Geld an die Gemeinde zurückzahlen werden. Jetzt ist gut Rat teuer und die Opposition merkt an, dass das noch doppelt teuer werden könnte. Schließlich würden die Schulden ja bezahlt am Ende bezahlt werden müssen. Und das für etwas, das man nicht zu verantworten habe. Und wenn man dann noch keine Parkplätze mehr habe, dann bezahle man ja doppelt. Und ja momentan sieht es danach aus, als ob Santa Cruz das einfach überweisen wird. So sagte der Finanzdezernent Juan Guerra von der Coalición Canaria, dass die Hafenbehörde eben in der Lage sei, entsprechend Druck auszuüben. Auch laut dem Bürgermeister von Santa Cruz, Asier Antona (PP), droht nun ernsthaft Ungemach und der Verlust der Parklizenz.