Die Tatsache, dass das TMT, also das 30 Meter Teleskop nicht kommt, hat in den letzten Tagen nun einige Reaktionen hervorgebracht, die ganz unterschiedlich ausfallen. Das geht von Unverständnis, über Mut machen, bis hin zu Trotz. Bereits am Wochenende hat sich unser Inselpräsident Sergo Rodruguez zu Wort gemeldet. Für ihn stellte die Nachricht einen schweren Schlag dar. Da es bislang auch keine Begründung für das „nein“ des Konsortiums geben würde, könne er die Geschichte bislang nicht wirklich nachvollziehen. Er hoffe aber, dass man die Gründe für das endgültige Aus in den nächsten Tagen erfahren werde. Dennoch das Festhalten an Hawaii nicht wirklich logisch, da eine Errichtung dort momentan nicht möglich sei. Die Gründe sind die anhaltenden Proteste der Ureinwohner dort, und die Tatsache, dass die US-Administration die Finanzierung ausgesetzt hat. Es wird also dann wohl erstmal gar kein TMT geben, obwohl das ja eigentlich schon längst in Betrieb sein sollte. Der Inselpräsident Sergio Rodriguez bedauert in dem Zusammenhang auch die verpasste wirtschaftliche Chance, die La Palma verloren hat. Gerade nach dem Vulkan wäre dies eine Sache gewesen, die die Insel voran hätte bringen können. Allein für den betrieb wären jährlich Millionen nach La Palma geflossen. Über die Beträge für die Errichtung und die entsprechende begleitende Infrastruktur muss man da gar nicht reden.
Von Seiten des IAC (Instituto de Astrófisica de Canarias) kommt hingegen die Versicherung an die Insel, dass man selbstverständlich an seiner Arbeit hier festhalten wird. Man dankt den verschiedenen Institutionen ausdrücklich für die hohe Bereitschaft sich auf dieses Megaprojekt einzulassen. Auch der gesamten Bevölkerung der Insel wird in einer Pressemitteilung entsprechend gedankt, da diese komplett hinter dem Projekt gestanden habe. Der Standort La Palma sei aber zum Sterneschauen einer der besten Plätze auf der Nordhalbkugel. Man erinnert an all die Installationen die wir hier bereits auf der Insel haben, und an denen man festhalten möchte. Gegebenenfalls soll der Standort eher noch weiter ausgebaut werden.
Von Seiten der kanarischen Regierung gab es auch eine Reaktion. Da ist man nicht bereit das „nein“ zu akzeptieren und weigert sich wörtlich „das Handtusch zu werfen“. Die Bewerbung stehe weiterhin, alles sei im Prinzip so vorbereitet und besprochen, dass einer Installation nichts im Wege stehen würde. „Wir geben nicht auf; wir kämpfen weiter, denn wir wissen, dass sich Situationen ergeben können, die eine erneute Prüfung erforderlich machen“, erklärte Alfonso Cabello, der Sprecher der kanarischen Regierung.
Die Frage nach dem „warum denn nicht“ bleibt aber weiterhin offen. Bislang hat das Konsortium, welches hinter dem TMT steht nichts wirklich verlauten lassen. Und deshalb gibt es nun natürlich auch die entsprechenden Spekulationen. Die maßgeblichen Institutionen, die da dahinter stehen sind die Unversität von Kalifornien und die Caltech. Beides also Einrichtungen in den USA. Die haben freilich vor allem ein großes Interesse daran, dass das Teleskop überhaupt errichtet wird. Momentan geht das ja nicht, da wäre La Palma ja eine gute Geschichte gewesen. Deshalb bringt nun manch einer die große Politik ins Spiel. Das Verhältnis zwischen Spanien und den USA ist unter Trump gerade alles andere als gut. Und deshalb gibt es nun die Theorie, dass seitens des Konsortiums Angst bestehen könnte, dass der Mann mit den kleinen Händen ungehalten reagieren könnte, wenn man das Ding nach Spanien transferieren würde. Sprich man habe Angst vor einer negativen Reaktion seitens der US-Administration. Schließlich ist ja bereits US-Steuergeld in das Projekt geflossen, schon bevor Trump den Geldhahn zugedreht hat. Aber das ist alles auch nur eine Theorie, die zumindest von politisch verantwortlichen nicht laut gesagt wird. Erstmal will man tatsächlich eine Begründung des Konsortiums abwarten.